Geschichten aus der Geschichte
Richard Hemmer und Daniel Meßner
GAG560: HB07 – Mit dem Finger auf der Landkarte und Wie das Floß der Medusa entstand
In dieser Folge von Geschichten aus der Geschichte widmen sich die Hosts zwei thematischen Schwerpunkten: der faszinierenden Welt der historischen Kartografie und der tragischen Geschichte hinter dem berühmten Gemälde Das Floß der Medusa. Zunächst beleuchten sie die Entwicklung von Weltkarten, von den frühen mittelalterlichen T-O-Karten bis hin zu den wegweisenden Projektionen der Renaissance. Dabei diskutieren sie, wie Gelehrte wie Ptolemäus das geografische Weltbild prägten und welchen Einfluss Karten auf Entdeckungsreisen und das imperiale Machtstreben hatten. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der berühmten Waldseemüller-Karte, die erstmals den Namen Amerika für die neue Welt verwendete. Im zweiten Teil der Episode tauchen die Hosts in die dramatischen Ereignisse des Jahres 1816 ein, als die französische Fregatte Medusa vor der Küste Westafrikas auf Grund lief. Die Inkompetenz der königstreuen Führung und die katastrophale Evakuierung der Passagiere führten zu einem Überlebenskampf auf einem behelfsmäßigen Floß, der als Inbegriff menschlichen Leids in die Geschichte einging. Der Vorfall inspirierte Théodore Géricault zu seinem ikonischen Gemälde, das die Schrecken des Schiffbruchs und das Versagen der Verantwortlichen eindrucksvoll festhielt. Die Folge verbindet somit wissenschaftliche Neugier mit der erschütternden Aufarbeitung historischer Fehlentscheidungen.
Updated Jul 4, 2026
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GAG562: Chevalier John Taylor, Ophthalmiater
In dieser Folge von Geschichten aus der Geschichte widmen sich die Gastgeber der faszinierenden und zugleich zweifelhaften Lebensgeschichte des Chevalier John Taylor, einem der berühmtesten und umstrittensten Augenärzte des 18. Jahrhunderts. Taylor, der sich selbst als königlicher Okulist inszenierte, reiste durch ganz Europa und behandelte prominente Persönlichkeiten, darunter hochrangige Adlige und sogar Mitglieder der kaiserlichen Familie. Die Hosts beleuchten dabei die skrupellosen Methoden, mit denen Taylor seine Popularität steigerte. Er verstand es meisterhaft, sich durch geschickte Selbstvermarktung und den Aufbau eines Netzwerks aus einflussreichen Unterstützern als Koryphäe auf seinem Gebiet zu etablieren. Trotz seiner glanzvollen Fassade war Taylor fachlich höchst umstritten; viele seiner Behandlungen führten bei Patienten zu katastrophalen Ergebnissen, was ihm den Ruf eines Scharlatans einbrachte. Die Episode arbeitet heraus, wie Taylor in einer Zeit, in der die moderne Medizin noch in den Kinderschuhen steckte, von der Leichtgläubigkeit der Gesellschaft profitierte und durch sein exzentrisches Auftreten zum Inbegriff des betrügerischen Wunderheilers wurde. Ein informativer Blick auf eine Figur, deren Leben die Grenzen zwischen medizinischem Fortschritt und dreistem Hochstaplertum auf unterhaltsame Weise verwischt.
GAG561: Priesterkönig Johannes
In dieser Folge von Geschichten aus der Geschichte widmen sich die Hosts einem der faszinierendsten Mythen des Mittelalters: der Legende vom Priesterkönig Johannes. Diese Figur, die als mächtiger christlicher Herrscher in einem fernen Land jenseits der islamischen Welt beschrieben wurde, beflügelte über Jahrhunderte die Fantasie der Europäer. Die Erzählung beleuchtet, wie der Mythos durch einen gefälschten Brief an den byzantinischen Kaiser Manuel I. Komnenos entstand, in dem der Priesterkönig sein sagenhaftes, von Reichtümern und paradiesischen Zuständen geprägtes Reich beschrieb. Die Hosts analysieren, wie dieses Dokument gezielt als Propaganda im Kontext der Kreuzzüge eingesetzt wurde, um Hoffnung auf ein starkes, verbündetes Heer aus dem Osten zu schüren. Im Laufe der Zeit wandelte sich die geografische Verortung des Reiches in der europäischen Vorstellung – von Indien über Zentralasien bis hin nach Äthiopien. Dabei wird insbesondere die historische Verbindung zwischen dem christlichen Reich von Aksum und der äthiopischen Identität untersucht. Die Folge zeichnet ein anschauliches Bild davon, wie politische Bedürfnisse, religiöse Sehnsüchte und ein Mangel an geografischem Wissen eine der langlebigsten Legenden der Weltgeschichte formten, die selbst Entdecker wie Marco Polo noch lange beschäftigte.
GAG559: Vergil oder Wie ein Epos entsteht
In dieser Episode des Podcasts Geschichten aus der Geschichte widmen sich die beiden Moderatoren dem Leben und Werk des römischen Dichters Vergil. Dabei beleuchten sie nicht nur die historische Person Publius Vergilius Maro, sondern konzentrieren sich vor allem auf die Entstehung seines monumentalen Epos, der Aeneis. Die Diskussion ordnet Vergils Schaffen in das komplexe politische Umfeld der augusteischen Zeit ein. Die Hosts erklären, wie der Dichter durch einflussreiche Netzwerke, insbesondere durch den Förderer Maecenas, in das Machtzentrum um Kaiser Augustus gelangte. Dabei wird das ambivalente Verhältnis zwischen künstlerischer Freiheit und staatlicher Propaganda thematisiert. Die Aeneis wird nicht bloß als literarisches Meisterwerk betrachtet, sondern auch als politisches Instrument analysiert, das die Legitimität des Augustus durch mythische Bezüge zur Gründung Roms festigen sollte. Neben den inhaltlichen Motiven des Epos, wie der Flucht aus Troja und den Konflikten mit Karthago, diskutieren die Podcaster auch die Rezeptionsgeschichte sowie Legenden um Vergils Tod. Sie hinterfragen, wie viel in dem Werk eine bewusste Verherrlichung des Regimes war und wo die Grenzen zwischen politischem Auftrag und persönlichem dichterischem Ausdruck verlaufen, was ein facettenreiches Bild eines der bedeutendsten Autoren der Antike zeichnet.
GAG558: Devisen für die DDR
In dieser Episode des Podcasts Geschichten aus der Geschichte befassen sich die Hosts mit der faszinierenden und zugleich abgründigen Wirtschaftsgeschichte der DDR, insbesondere mit dem staatlich organisierten Handel mit Kunst und Antiquitäten. Im Zentrum steht die Geschichte von Siegfried Korth, einem Unternehmer, der als privater Antiquitätenhändler in der DDR tätig war und durch geschickte Netzwerke eine bedeutende Rolle im grenzüberschreitenden Kunsthandel einnahm. Die Hosts beleuchten, wie die DDR-Führung versuchte, durch den Export von Kulturgütern dringend benötigte Devisen zu beschaffen. Dabei arbeiteten staatliche Stellen eng mit privaten Akteuren zusammen, um Kunstwerke aus dem Land zu schaffen und im Westen zu veräußern. Die Erzählung verdeutlicht das komplexe Spannungsfeld zwischen der sozialistischen Ideologie, dem realen Mangel an Devisen und der korrupten Praxis, bei der persönliche Bereicherung und staatliche Interessen oft ineinanderflossen. Die Diskussion zeichnet das Porträt einer Schattenwirtschaft nach, in der Diplomaten, Stasi-Kontakte und geschäftstüchtige Akteure agierten. Die Folge bietet einen tiefen Einblick in ein dunkles Kapitel der deutsch-deutschen Vergangenheit, das zeigt, wie weit das DDR-Regime ging, um die Staatskassen zu füllen.
GAG557: HB06 – Ada Blackjack, einsame Heldin der Arktis & Inselverzwergung im Dinosaurierland und albanische Abenteuer
In dieser Episode von Geschichten aus der Geschichte widmen sich die Hosts Richard und Daniel drei faszinierenden historischen Themen. Zunächst beleuchten sie die berührende und dramatische Lebensgeschichte von Ada Blackjack, einer jungen Inupiat-Frau, die als einzige Überlebende einer verhängnisvollen Arktis-Expedition in die Geschichte einging. Die Hosts beschreiben, wie sie trotz widrigster Umstände, Krankheit und Isolation auf der Wrangelinsel ihren Überlebenswillen bewies. Im weiteren Verlauf entführen die beiden Hörer in die Welt der Paläontologie und der Zoologie. Sie diskutieren die Entdeckung von Dinosaurierfossilien in Siebenbürgen, die durch den exzentrischen Baron Franz Nopcsa von Felső-Szilvás bekannt wurden. Dabei erklären sie das Phänomen der Inselverzwergung, bei dem Tiere auf isolierten Inseln im Laufe der Evolution deutlich kleiner werden als ihre Verwandten auf dem Festland. Den Abschluss bilden Einblicke in die abenteuerliche Biografie Nopcsas, dessen Leben zwischen wissenschaftlicher Genialität, archäologischen Funden und politischen Verwicklungen im Balkanraum eine außergewöhnliche Erzählung darstellt. Die Folge verbindet somit menschliche Schicksale mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und historischen Kuriositäten auf unterhaltsame und informative Weise.
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