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Paula Lieben Lernen
Paula Lambert
Wege zur Selbstfürsorge
From 390 - Die absolute Reflexion — May 12, 2026
390 - Die absolute Reflexion — May 12, 2026 — starts at 0:00
Herzlich willkommen bei Paula lieben Lernen. Mein heutiger Gast ist Ayla. Und bevor wir beginnen, möchte ich euch sagen: es gibt Camp Paula. Camp Paula ist ein Retreat-Sommercamp und das findet vom 11. bis 14. Juni statt in Brandenburg und wir arbeiten an der Heilung des Inneren Kindes, aber wir spielen auch ganz, ganz viel dabei. Und wenn du das Gefühl hast, ich wollte mich immer schon mal befreien, dann ist Camp Paula genau das richtige für dich. Infos dazu gibt es natürlich auf Instagram logisch, ganz besonders auf meiner Homepage www.paulalamber.de und natürlich wie immer in den Shownotes. Ich freue mich auf euch, das wird nämlich richtig, richtig toll. Jetzt zu dir, liebe Aila . Hallo. Hallo. Bei Aila muss ich direkt an Aila und der Bär denken, habe ich eben schon gesagt. Ein französischer Film, wo es, glaube ich, um einen Bären geht und um besagte Eila. Ich habe keine Ahnung, worum es geht, aber es war ein Riesenerfolg und dieser Titel ist mir so gewahr, als hätte ich den Film gesehen. Vielleicht Ich glaube, du warst da noch ganz, ganz klein aus der rauskam. Ja. Hab ich noch nie gehört. Ich muss den vielleicht auch mal sehen, dann weiß ich, was der Zauber so mit sich bringt. Wir haben hier mehrere Themen heute. Einmal eine frische Trennung, die möglicherweise gut war. Ein Thema des Selbstwertgefühls und dann noch etwas, was noch knackiger ist. Und ich freue mich sehr auf dieses Gespräch und so schön, dass du da bist. Ich freue mich auch sehr, dass das so spontan geklappt hat. Wo wollen wir beginnen? Ich habe das Gefühl, ich würde dir vielleicht gerne erstmal so von meiner Kindheit erzählen, wo ich so herkomme, um es vielleicht so ein bisschen einzuordnen, weil ich glaube, dass da natürlich auch irgendwie einige Themen entstanden sind. Genau, also ich bin aufgewachsen in einer Kleinst adt und meine Mutter war am Anfang alleinerziehend mit mir und meiner Schwester. Meine Schwester ist sechs Jahre älter . Wir haben zwei unterschiedliche Väter . Ich habe meinen Vater, meinen leiblichen Vater nie kennengelernt . Also das erste Mal getroffen, als ich irgendwie Ende 20 war, 27, 28 . Genau. Und bei meiner Taufe hat meine Mutter dann mein Adoptiv vater kennengelernt, mit dem sie dann auch noch meinen zehn Jahre jüngeren Bruder bekommen hat. Genau, und ich habe so rückblickend, ich habe da jetzt mit meiner Schwester noch mal drüber gesprochen, mit der ich telefoniert habe die Tage . Irgendwie sogar keine Erinnerung an meine Mutter in den ersten Jahren. Und ich glaube, es liegt daran, sie war halt alleinerziehend und hat viel gearbeitet und war einfach nicht da. Ich habe im Haus mit bei meinen Großeltern gewohnt und wir hatten eine Tagesmutter und genau. Irgendwie sie war halt einfach nicht körperlich anwesend. Auch wenn sie natürlich ihr Bestes gegeben hat, wahrscheinlich. Ja, aber das heißt, eure Großeltern haben euch erzogen? Oder waren die auch irgendwie abwesend? Nee, also meine Oma war eigentlich wie meine Ziehmutter. Zu der hatte ich ein total enges Verhältnis. Genau. Und dann sind wir später mit dem neuen Partner von meiner Mutter dann auch ausgezogen dort und in eine neue Wohnung. Und genau. Erinnerst du dich noch, wie das für dich war? Also, ich weiß, dass es für mich total, also aufregend, glaube ich, war, dass dieser Mann bei uns ins Leben gekommen ist, im Gegensatz zu meiner Schwester, die total die Abwehrreaktion hatte, war ich so, habe ich ganz stolz im Kindergarten erzählt, oder Kindergarten, Grundschulezeit war das so, dass ich jetzt auch endlich einen Vater habe und habe da so voll die Hoffnung drin gesehen. Und genau später, als wir dann genau so mit dem Schulwechsel in die Grundschule sind wir dann umgezogen, und dann , ja, irgendwie auch da, ich habe irgendwie meine Mutter sehr gestresst immer in Erinnerung und schon auch irgendwie, es gibt schon auch so liebevolle Erinnerungen, aber eigentlich habe ich mich sehr viel, sehr einsam gefühlt. Mein Adoptivvater hat dann auch eine neue Studium begonnen, hat nochmal einen Berufswechsel vorgenommen, genauso wie meine Mutter, die hat auch mit Mitte 30 nochmal soziale Arbeit studiert und ist ja dann auch schwanger geworden. Und ja, irgendwie habe ich das Gefühl, ich bin, glaube ich, so ein bisschen untergegangen. Einfach, weil meine Schwester war dann auch in der Pubertät und sehr eskalativ drauf, sehr früh und hat so richtig rebelliert. Und genau, irgendwie bin ich so ein bisschen so nebenher mitgelaufen. In der Schule war ich auch immer so die verträumte , die so aus dem Fenster gestarrt hat und nichts mitbekommen hat. Also ich habe mich, glaube ich, sehr viel weggeträumt einfach. Ich habe aber auch jetzt von mir eine ADHS-Diagnose bekommen. Weiß nicht, ob das auch einfach damit zu tun hat, was auch immer. Ja, also Gabo Mathee sagt ja, dass alle Kinder , die so ADHS haben, irgendwann mal ein Trauma erlebt haben. Ich weiß auch nicht, ob das stimmt,. Aber wir ich habe auch eine ADHS-Diagnose, wir haben alle sind auf jeden Fall sehr, sehr kreativ und unsere Gedanken springen in alle Richtungen, ob das jetzt eine Folge von irgendwas ist oder einfach eine Gabe, weiß ich nicht. Aber . Genau, es war auf jeden Fall so, dass es mir sehr schwer gefallen hat, schon immer in der Schule auch sich zu konzentrieren . Genau, und ich darauf hin, also auch in der weiterführenden Schule, ich habe dann irgendwie auch die siebte Klasse wiederholt, immer so ein Gefühl hatte von boah, ich versuch's wirklich, streng mich wirklich an, aber mir wurde immer wieder irgendwie gespiegelt, du bist total intelligent, aber du bist zu faul. Und ich hatte halt wirklich irgendwie so: Ich habe dann zu Hause gesessen und versucht, mir die Vokabeln reinzuprügeln. Es ist einfach nichts hängen geblieben. Und ich glaube, ich hatte immer so ein Gefühl in der Schulzeit schon, weil mein Vater ist dann auch Lehrer geworden und der hat mir dann irgendwie auch mal gesagt, so ist mir egal, wie du da hinkommst, das Ergebnis ist das, was zählt. So ein Gefühl von, boah, ich bin irgendwie nicht ausreichend. So, ich krieg das irgendwie nicht hin, obwohl ich mich anstrenge . Genau, und ich glaube, daher kommt so ein bisschen dieses, dass ich so sehr versuche immer alles richtig zu machen und auch sehr versuche auch irgendwie so moralisch sehr korrekt zu sein und immer richtig zu hand eln. Und ja. Das muss ja eine übermenschliche Anstrengung sein. Ja, ich. Also. Also ich verzeih mir selber nicht so viel, ja. Genau. Also dein Adoptivvater, du sagst Vater? Also, ich habe ihn nie Papa genannt oder so, aber genau, ich nenne ihn eigentlich Vater, weil die andere Person spielt halt keine Rolle. Ja, aber das scheint ja ein vernünftiger Mann gewesen zu sein, oder? Wenn er, also, oder sagen wir zumindest so, im akademischen Sinne hat er es natürlich richtig gesagt, das Ergebnis zählt, Hauptsache durchkommen. Akademische Leistung sagt ja nichts über die Intelligenz aus. Ich kenne die dümmsten Leute, die ein Einser-Abi haben. Die können einfach gut lernen. Und ich kenne Hochintelligente, die haben Hauptschulabschluss nur geschafft. Also . Ich nehme deinem Gesicht, dass der Adoptivvater sich jetzt nicht so koscher verhalten hat . Also ich glaube, es war für ihn halt auch super schwierige Situation. Er ist da irgendwie eine Kleinfamilie reingekommen, wo die größere Tochter irgendwie nur auf Ablehnung war. Ich meine, es ist halt auch eine crazyy Stor, in dem Sinne, dass der katholische Priester war und meine Mutter ihn bei unserer Taufe kennengelernt hat. Oh, wait. Was für eine Geschichte. Das heißt, er hat euch getauft Ich glaube schon, aber war da auf jeden Fall in der Kirche irgendwie da in unserer Kleinstadt gerade der Priester ? Das klingt nach einem unheimlich kitschigen Liebesruman. Ja, ich glaube, es war auch kitschig für meine Mutter. Sie hat mir jetzt halt wie er dann immer bei uns am Haus vorbeigefahren ist und geguckt hat, ob sie da ist, sie das so beobachtet hat und so. Und ich glaube für meine Mutter, die halt vorher, die ja schon zwei Kinder hatte von zwei Männern, die sich nicht so toll verhalten haben, war es, glaube ich, so voll die Hoffnung, die sie da so reingesetzt hat, immer endlich jemanden zu haben und zu finden. Und aber ich, ja, das, was ich so zu Hause mitbekommen habe, also es wurde viel geschrien, viel gestritten . Also der Umgang miteinander zwischen denen war nicht unbedingt immer super respektvoll und auf Augenhöhe . Genau. Und irgendwie habe ich das Gefühl, mein mein Vater hat irgendwie so eine sehr kind liche , unreife Seite an sich . Und meine Mutter auch. Und da sind einfach auch irgendwie voll oft so die Rollen von Kindern und Eltern irgendwie so ein bisschen durcheinander gekommen. Sind leben die noch zusammen? Mhm, sind die geschieden inzwischen. Genau. Wird dann vielleicht kurz springen zu der Phase, als ich meinen leiblichen Vater kennengelernt habe, weil das war auch für mich so sehr bezeichnend, wie es so mit meiner Mutter irgendwie ist . Darf ich kurz zwischenfragen? Wie ist das Verhältnis mit deiner Schwester? Gut, also ich hatte eine Phase in den 20ern, da bin ich total auf Abstand gegangen und hatte eine Zeit lang echt wenig Kontakt. Ich hatte da auch irgendwie eine Therapeutin, die mich da so ein bisschen in die Richtung auch gedrängt hat, so einen Kontaktabbruch vorzunehmen und war da auch in der Phase so richtig sauer auf meine Eltern, also vor allem auf meine Mutter. Und konnte kaum Kontakt mit ihr haben. Es hat eigentlich immer geknallt. Und genau, ich brachte dann einfach so einen Abnabelungsprozess und bin irgendwie , ja, ja, musste mich einfach stark abgrenzen. Und inzwischen ist es aber wieder ein bisschen weicher. Also es ist jetzt immer noch nicht so, die wohnen halt noch in NRW und genau, ich bin halt jetzt hier in Berlin und wir sehen uns jetzt nicht mega oft, aber irgendwie habe ich das Gefühl, der Kontakt ist so irgendwie liebevoller wieder. So von meiner Seite auch auf jeden Fall. Ja . Wie bist du , also wie kam es zu dem Treffen mit deinem leiblichen Vater oder Erzeuger? Also ich wollte den eigentlich immer schon kennenlernen, auch als kleines Kind, aber meine Mutter wollte das halt nicht, weil sie meinte, ich wäre da nicht ready für und dann war ich halt irgendwann so Ende 20, als ich bei mir irgendwie auch so sich sehr vieles getan hat und ich so sehr viel Entwicklung irgendwie gerade durchgemacht habe . Ich habe das Gefühl, also ich habe dann in der gleichen Stadt gelebt, wo ich angenommen habe, dass er auch da lebt. Und ich hatte, ich bin, musste jeden Morgen mit dem Zug anderthalb Stunden zu meiner Uni fahren, weil ich gependelt bin und bin dann so ultra früh mit dem Fahrrad durch die Stadt gefahren und es gab so: Es gibt da so ein Stadtmuseum und da ist so ein goldenes Auto mit Flügeln drauf. Und mein leiblicher Vater hat als Künstler gearbeitet für einen anderen Künstler damals und war an diesem Auto beteiligt. Das wusste ich wegen Zeitungsartikeln . Und es war wie so ein Mahnmarkt. Ich bin da jeden Morgen so dran vorbeigefahren, waren war so, okay, er ist hier, er ist hier. Und ich hatte immer in der U-Bahn das Gefühl, okay, ich könnte ihm begegnen. Und dann war ich so, okay, ich muss jetzt einfach, muss ihn jetzt einfach treffen . Und genau das hat meine Mutter dann über meine Schwester mitbekommen und war dann irgendwie auch recht schnell und hat den Kontakt irgendwie auf einmal hergestellt über alte Kontakte . Und dann habe ich mich mit ihm getroffen in einem Café und er war direkt sehr hat mich direkt in den Arm genommen und hat einen auf meine verlorene Tochter zurückgekehrt gemacht und hat mich direkt irgendwie so einem alten Freund von sich vorgestellt und es ist so arm und mir durch den Park spaziert und ich war so, okay, das ist mir viel zu viel. Du bist ein fremder Mann für mich, es überfordert mich gerade total, aber ich konnte es halt auch nicht, konnte es ihm nicht sagen. Also konnte die Grenze da irgendwie nicht ziehen. Und genau. Und dann gab es halt irgendwie so ein paar Treffen, und dann war meine Mutter irgendwann auch so: Ich will den auch kennen, will den jetzt auch irgendwie wieder kennenlernen oder wieder treffen, wiedersehen . Und ich möchte aber, dass du mitkommst. Und ja, dann saß ich zwischen den beiden und ich hatte irgendwie echt so ein Gefühl von, meine Mutter ist wieder 16 und regelte sich um Kopf und Kragen, und ich war so für sie so zum Emotional Support da. Und ich eigentlich war es so, dass ich ja eigentlich ihren Support gebraucht hätte. Und genau, irgendwie ist diese Kennenlernenphase für mich so rückblickend einfach total überfordernd gewesen. Ich habe dann auch noch meinen Halbbruder kennengelernt und seine Mutter . Also, mein Vater hat dann noch einen Sohn bekommen später. Und dann habe ich irgendwie meine, der hat syrische, türkische Eltern, habe ich noch meine syrische Oma kennengelernt und seine ganzen Onkels. Und es war so, es hat sich mir auf einmal noch so eine ganze Familie erschlossen. Aber wir haben halt nie darüber geredet, wie es mir geht, sondern es kam dann auch nach diesem Treffen von meiner Mutter, mit meiner Mutter und ihm, so dass er dann die ganze Zeit seine Version erzählt hat. Sie hat ihre Version erzählt und ich stand so zwischen den Stühlen, als müsste ich jetzt entscheiden, wer recht hat. Wer der weniger böse ist. Genau. Und dann habe ich mich einfach wieder aus der Affäre gezogen und bin so am Kontakt wieder abgebrochen. Und er hat aber auch nicht versucht, dass der Kontakt bleibt? Wenig. Also er hat sich dann schon immer mal wieder auch gemeldet, interessanterweise eher zu seinem eigenen Geburtstag als zu meinem . Und ich hatte dann irgendwie auch meinen Bruder, den ich ja dann neu kennengelernt habe, auch als ich nach Berlin gezogen bin, mal eingeladen und er ist mich besuchen gekommen und dann habe ich irgendwie nochmal so Grüße ausgerichtet bekommen und so . Aber ja, ich habe irgendwie das Gefühl, dass er vielleicht auch eher so der vermeidende Typ ist und da jetzt nicht so. Also er hat mir vorher erzählt, er hätte mich jahrelang gesucht und seine Reise wäre irgendwie in Australien geendet, als wäre ich nach Australien ausgewandert, was nicht stimmt. Also ich habe im Ausland gelebt, aber halt ganz woanders. Er hätte ja er auch einfach deine Mutter kontaktieren können . Ja, also es ist irgendwie alles ein bisschen komisch. Und wo ich dann irgendwie gedacht habe: so vielleicht ist es auch nicht wichtig. Also, irgendwie merke ich, ich habe so ein bisschen wegen meiner Her kunft, so wegen meinen, also was so Identifikationsfragen mit so was so kulturellen, also so den kulturellen Hintergrund betrifft irgendwie . Aber Aber genau, vielleicht ist es auch nicht wichtig, dass ich jetzt irgendeine Beziehung zu diesem Menschen aufbaue, wenn er das damals nicht wollte. Ich meine, er ist ja gegangen. Ja, und die Frage ist halt, was er dir geben kann, ne? Das muss man immer situativ entscheiden. Sicherheit, das Gefühl der Zugehörigkeit und so weiter. Und wenn es nicht gegeben ist, dann ja. Wie hast du in all diesen Jahren Beziehungen geführt? Und Freundschaften vielleicht auch. Aber weil wir heute noch über Beziehungen reden. Also Liebesbeziehungen, meinst du? Also meine erste richtige große Liebe und Beziehung hatte ich mit Anfang 20. So mit 22 sind wir, glaube ich, zusammengekommen und die gingen dann fünf Jahre . Und die ja, ich merke so richtig, ich idealisiere die Zeit auch sehr. Wir haben uns, glaube ich, gegenseitig so damals irgendwie gerettet . Also der hat mir damals sehr viel Sicherheit gegeben . Davor , ich war immer auf der Suche, also ich weiß noch, dass ich irgendwie sehr oft sehr unglücklich verliebt war, mich auch auf so einer körperlichen Ebene in Situationen gebracht habe, die mir, glaube ich, nicht so gut getan haben. Und genau, irgendwie , ja, eher habe ich das Gefühl, war ich so in meiner Jugend eher so verzweifelt auf der Suche nach Liebe und habe es nicht so richtig bekommen. Ich hatte mal so kurze Beziehungen, aber es war irgendwie alles nicht so richtig . Und genau die Beziehung zu meiner ersten großen Liebe ist dann aber einfach zu Ende gegangen, weil ich halt, wie gesagt, so in diesen 27, 28, bei mir hat sich da irgendwie unglaublich viel getan. In welche Richtung? Naja, also der Fokus , als wir uns kennengelernt haben, war schon sehr auf ihn. Also, ich hatte eigentlich vor, wegzuziehen und in einer anderen Stadt in Süddeutschland zu studieren und habe das dann nicht gemacht wegen ihm und bin dann in NRW geblieben. Und wir haben irgendwie ziemlich schnell zusammen gewohnt. Wir haben uns irgendwie ein WG-Zimmer geteilt am Anfang. Dann haben wir uns eine eigene Wohnung geholt. Und ich habe mich so sehr darauf, auf diese Beziehung fokussiert. Und irgendwann habe ich dann über Freunde, die ich noch von früher kannte, also da wieder Kontakt hergestellt, und dann bin ich in so eine Kollektiv - Techno-Szene gerutscht und habe das High Life kennengelernt und Polyamorie und habe mich damit voll auseinandergesetzt und war so, oh mein Gott, da ist so viel und ich bin am Ende meiner Studienzeit und ich habe die ganze Zeit geschlafen und wollte so richtig was erleben. Hab dann auch angefangen, irgendwie neue Hobbys auszuprobieren. Also habe dann irgendwie mit Akrobatik angefangen und Akro-Yoga. Was ist denn Akro-Yoga Das ist eigentlich wie Partnerakrobatik, aber so eine Etage tiefer . Eine Person liegt auf dem Boden mit den Beinen nach oben. Ich weiß nicht, ob du es schon mal gesehen hast, im Parks oder so. Und die andere Person wird halt oben irgendwie auf den Füßen balanciert. Und die macht, man macht so Akrob atische Sachen zu tun. Okay, okay, okay. Genau. Und ich hatte eigentlich auch immer so ein Gefühl von ich bin unsportlich und nicht attraktiv und weiß ich nicht. Und irgendwie war das dann so, habe ich da auf einmal so ein richtiger Feedback auch von außen bekommen und bin da so voll aufgeblüht. Und ich habe ihn dann schon auch, also mein Partner damals schon auch versucht, irgendwie mitzunehmen und wollte ihm das auch zeigen, aber er war so sehr, so, oh ne, ist mir glaube ich alles viel zu viel und wollte so ein bisschen in seinem, ja, in seinem bisherigen Leben stehen bleiben. Ich wollte dann auch in eine WG, also ich bin dann in eine große HauswG gezogen und dann haben wir die Beziehung geöffnet, und dann kam es, wie es natürlich kommen musste. Er hat sich verliebt . Und ich war dann aber auch sehr pro-Poli amorie und habe dann irgendwie gesagt, ey, wir können das auch ausprobieren, ich habe da kein Problem mit, wollte sie auch kennenlernen. Der anderen Frau war das aber zu viel, die war dann , du musst dich entscheiden. Und dann hat er sich auch für mich entschieden und dann war er aber so unglücklich, hatte so Liebeskummer. Und ich glaube, ich hatte auch so ein Gefühl von boah, irgendwie passt das alles nicht mehr. Und dann haben wir es halt aufgelöst. Und er lebte dann mit der anderen Frau zusammen. Er lebt heute noch mit ihr zusammen und hat ein Kind. Toll. Was mir auf jeden Fall auch erst einen Stich versetzt hat, weil ich wollte früher immer Kinder mit ihm wollte und wollte, so wie er jetzt lebt, auf dem Land leben mit vielen Leuten zusammen. Und er wollte das alles nicht mit mir und hat das jetzt mit ihr gemacht. Es war schon auch schwer, aber ich glaube, also trotzdem weiß ich, dass wir auch einfach unsere Zeit war vorbei. Das ist auch in Ordnung. Klingt so, ja. Ja. In der ganzen Zeit in dieser Beziehung, während dieser fast Puber tät, die du dann erlebt hast, hast du ein Gefühl für dich selber gehabt? Also wusst du ungefähr, wer du bist? Hast du Dinge gemacht, die gut für dich sind? Hast du Dinge eher gemacht, die nicht so gut für dich sind? War dieses offene Konzept tatsächlich etwas, was du leben wolltest, oder war es eine Suche? Unzählige Fragen? Ja . Also damals hatte ich das Gefühl, dass es sehr gut für mich war Ich habe halt wirklich so ein Gefühl gehabt, ich entdecke gerade das Leben neu . Nach der Trennung kam dann aber auch, weil das auch zeitgleich war, mit also kurz nachdem ich meinen Vater kennengelernt hatte und dem Zeitraum an meine Eltern sich auch geschienen, war dann aber schon auch, dass ich dann so ein halbes Jahr wirklich sehr depressiv war und es mir richtig schlecht ging. Und ich dann irgendwie auf diese ganzen Veränderungen auch erstmal klarkommen musste . Und dann hat so eine Zeit begonnen, in der ich sehr unruhig war. Also ich bin, glaube ich, zehnmal umgezogen in dieser Stadt, in der ich da gelebt habe. Acht Jahre habe ich da gelebt. Und irgendwie war so richtig auf der Suche und konnte mich irgendwie nicht setteln. Und irgendwie so, diese fünf Jahresbeziehung hat mir so voll viel Halt gegeben und danach war ich so ja verloren. Verloren. Hast du eine ungefähre Ahnung, wonach du gesucht hast? Ähm nach . Ja, wonach habe ich gesucht. Also . Nach Zufriedenheit, irgendwie, so nach, ich war so sehr um , habe mich so sehr umgetrieben gefühlt, also ich hatte irgendwie so Probleme, Ruhe zu finden. Und dann bin auch, glaube ich, dann eher eine Person, die schnell Sachen wieder ausprobiert und sich auch schnell langweilt und es nicht aushält. Also im beruflichen Kontext ist das so, im Wohnkontext ist es so, ich halte es einfach nicht aus, wenn es mir nicht gut geht und dann wechsle ich Aber ja, warum das jetzt genauso ist, habe ich, glaube ich, noch nicht so richtig herausgefunden. In welchen Situationen fühlst du dich am unwohlsten? Muss ich mal kurz drüber nachdenken ? Also jetzt gerade weil es sehr nahe liegt, ich hatte jetzt gerade eine sehr arbeitsreiche Zeit. Ich komme überhaupt nicht damit klar, wenn ich dann nach Hause komme und so Lehre habe. Ich nehme mir dann immer noch was vor, wo ich total erschöpft bin. Also, ich bin auf sehr viel sehr reizüberflutet und mir ist es eigentlich zu viel . Aber so dann alleine bei mir zu Hause sein und mich irgendwie mit mir selbst auseinander oder beschäftigen müssen , fällt mir sehr schwer. Fühle ich mich sehr unwohl. Wie sehr reizt du das dann aus, dich zu verabreden? Also endet das in Schlafmangel oder weil Ruhephasen sind ja essentiell, gerade wenn man auf dem Weg dein ist, in Kontakt mit sich selber zu kommen, ne? Es endet meistens in einem Crash. Also, dass ich halt wirklich so dann einen Tag lang gar nicht mehr aus dem Bett komme und gar nichts mehr kann. Mein totale körperliche Erschöpfung und ja, mir geht es irgendwie psychisch total schlecht und ich kann mit niemand mehr reden. Sonntags dann ? Ich bin freiberuflich, ich habe nicht so fünf Tage die Woche job. Das ist Wochentag unabhängig, wann das passiert. Na, ich frage das deshalb, weil Man kann ja das Leben füllen bis zum Bersten und trotzdem nichts davon mitnehmen. Ja. Also dann ist es wie so ein Rausch und du weißt eigentlich gar nicht mehr, was du so gemacht hast. Du weißt, es war viel, aber nichts davon bleibt wirklich haftend, weil das Gefühl dazu nicht , das durfte sich nicht festsetzen. Ja, ich habe auf jeden Fall oft das Gefühl, dass ich die Schwierigkeit habe, im Moment zu sein und das zu genießen, weil ich eigentlich gerade noch gestresst von davor bin oder gestresst von in der zukünftigen Dingen. Also ich habe so oft noch so eine Erwartungsangst, dass ich irgendwie, dass es irgendwie ganz schlimm und anstrengend wird. Und was aber auch ein bisschen daran liegt, dass ich, ich habe Endometriose und chronische Schmerzen und habe auch, glaube ich, einfach viel damit zu tun, dass ich halt irgendwie Angst vor Situationen habe, weil ich Angst davor habe, irgendwie eine Schmerzsituation zu sein und aber gerade durchhalten zu müssen . Ja. Also, eigentlich machst du genau das Gegenteil von dem, was du bräuchtest. Vielleicht. Bei Endometriose gibt es ganz, ganz interessante neue Entwicklungen und ich glaube , dass es kurz vorm Durchbruch ist. Ich hoffe. Es gab so viele Studien inzwischen, und jetzt haben sie festgestellt, dass es eine metabolische Erkrankung ist und keine, die sich auf Frauen beschränkt. Ja. Also jetzt sollte es schnell gehen. Okay, das wusste ich zum Beispiel noch gar nicht. Ja, ach, ich meine, das ist halt auch die, seitdem ich nach Berlin gezogen bin, habe ich halt irgendwie so eine Zeit der Diagnosen und Erschöpfung und Krankheit auch . Und bin so diese ganze Frage, wie ich diese Krankheit behandle, ob mit Hormonen oder OP und so, und man rennt zu zehntausend unterschiedlichen Krankenhäusern und Ärzten und irgendwie muss man eine Entscheidung treffen. Ich finde das generell einfach sehr zermürbend . Ja, wäre schön, wenn es dann da jetzt eine Entwicklung gibt. Ich glaube, also habe so das Gefühl, weil die Studienlage sich so verdichtet und das passiert oft, bevor es zu so einem Durchbruch kommt. Was ist deine größte Sehnsucht ? Ja, Ruhe. Also, ich habe das jetzt auch in dieser Beziehung, die ich jetzt bis vor kurzem noch hatte, auch gemerkt. So, ich habe eigentlich so eine richtige Sehnsucht nach so Ruhe, ankommen, mich sicher fühlen und mich so einfach nur existieren zu können und da sein zu können, ohne irgendwas machen oder leisten zu müssen, ohne irgendjemanden sein zu müssen . Also das einfach, weil eigentlich bin ich halt eine sehr verträumte Person und ich bin total glücklich damit, einfach nur rumzuliegen und irgendwie in der Gegend rumzustarren . Und ja, habe aber irgendwie das Gefühl, dass ich ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich das tue, weil ich dann irgendwie nicht produktiv bin in der Zeit. Oder die andere Person nicht bespaße oder weiß ich nicht. Erzähl mal von der Beziehung . Ja, wir haben uns vor ungefähr einem Jahr über Online-Dating kennengelernt und hatten dann auch erst eine Phase, wo wir so sehr viel hin und her geschrieben haben und so richtige Romane geschrieben haben . Und dann haben wir uns irgendwann getroffen und es war auch eigentlich ein sehr schönes erstes Treffen. Wir hatten so ein Picknick im Park und haben irgendwie Spiele gespielt und sind Sekt getrun ken und genau und dann haben wir uns irgendwie verabschiedet und dann uns aber abends nochmal wieder getroffen, weil wir das irgend schön fanden und Lust hatten, nochmal anzuknüpfen . Genau, und da war es dann auch so, dass wir dann auf irgendeiner Parkbank rumgeknutscht haben und ich da schon gemerkt habe, irgendwie ist es gerade zu viel. Also es war dann, er hat mich zwar vorher gefragt, ob er mich küssen kann, aber dann hat er halt nicht mehr gefragt, sondern war so direkt so sehr fordernd in dem, was er irgendwie ja wollte oder schön fand . Und genau, ich habe es da schon nicht so geschafft zu sagen, boah, das ist mir gerade zu viel . Und aber dann haben wir uns irgendwann auch verabschiedet. Und ich habe dann beim zweiten Treffen, was wir hatten, das auch direkt ihm gesagt, dass ich das gemerkt habe, dass mich das überfordert hat, dass es mir zu viel war, dass ich irgendwie ein bisschen so auch schon ein bisschen Vorerfahrung gehabt und da irgendwie sehr schnell getriggert bin . Und es mir aber auch schwerfällt, in den Situationen mich zu schützen oder meine Grenzen zu ziehen. Weil ich dann halt eher direkt in so eine passive Starre irgendwie auch falle. Genau, und ja, dann war es erstmal sehr, er war dann auch sehr verständnisvoll und so. Und dann war es erstmal eine sehr, also wir haben uns nicht so häufig gesehen, weil ich war viel unterwegs, er war viel unterwegs, aber dann war es relativ sehr schnell sehr intensiv, weil er hat dann irgendwie bei unserem dritten, vierten Treffen oder so auf einen kleinen Babyhund aufgepasst, den einer Freundin von ihm zugelaufen ist. Und ja, ich liebe Hunde und ich war direkt schockverliebt. Und genau, eine vermietet ist, der Hund gehört jetzt mir Also ich teile mir den jetzt mit seiner Bekannten. Genau, aber genau, wir hatten dann irgendwie eine sehr intensive Zeit mit diesem Hund und ich glaube, bei mir sind einfach so richtig Bindungshormone durch die Decke geschossen. Wie hast du dich mit ihm gefühlt? Ähm Also, ich fand es irgendwie aufregend und schön, und ich war aber auch so schon auch die ganze Zeit immer ein bisschen skeptisch. Also, ich glaube, so rückblickend, wenn ich so auch mit meinen Freundinnen darüber rede, ich habe eigentlich so nach jedem Treffen gesagt: Ach, ich bin mir unsicher, ich weiß nicht, ob das was ist. Ich weiß nicht, ob wir uns weiter treffen sollen. Und aber er war so voll drin und hat mir das auch so voll gespiegelt. Und ich war so, okay, vielleicht ist es ja, also du sagst ja auch mal, man soll ja auch mal außerhalb seines Beuteschemas irgendwie daten und ich lasse mich mal drauf ein und er will ja unbedingt und er ist ja auch eigent voll nett und liebevoll und genau. Naja, man muss trotzdem schon darauf achten, wie man sich dabei fühlt. Also, dass zum Beispiel, wenn du jetzt total gegen deinen Muster datest, so ein Widerstand kommt, wenn jemand zuverlässig ist und loyal, weil du das gar nicht gewohnt bist. Das muss man spüren und dann aber auch interessant finden in dem Moment. Aber wenn man denkt, okay, das triggert mich alles total die ganze Zeit, dann ist natürlich nicht das Richtige. Also, das ist immer so schwierig zu differenzieren, wenn man so miteinander in diesem Rausch steckt, vor allem wenn die Hormone dann noch dazukommen. Aber natürlich ist nicht jeder, der so anders ist, als man es eigentlich gern hätte, der richtige, ne? Ja, ich hatte auf jeden Fall die ganze Zeit irgendwie so ein Gefühl von, boah, ich bin mir nicht sicher und irgendwie bin ich angestren gt . Ähm,. Ich glaube, ich brauche eigentlich eher eine Person, die mir halt Ruhe bringt. Und er ist halt selber auch sehr aufgekratzt und viel und redet sehr viel. Und ich war immer so, ich hatte mir das Gefühl, ich habe gar nicht Zeit, das alles zu verarbeiten, weil da irgendwie so viel Informationsfluss einfach ist . Also von allem, irgendwie vom Verbalen, aber auch so vom Körperlichen, irgendwie ist da so einfach immer viel passiert . Und es war dann auch relativ schnell so so, dass wir, also er hat jetzt rückblickend gesagt, für ihn war es so, dass wir schon seit August dann irgendwie in einer Beziehung waren. Für mich war das nicht so. Ich war halt die ganze Zeit noch so, ich will erstmal gucken, ich will ihn erstmal kennenlernen, ich weiß gerade nicht, wo sich das hin entwickelt und Wir haben es dann auch relativ schnell angefangen, ziemlich heftig zu streiten . Dass sich also auch wirklich auf so eine Art und Weise sich das immer sehr hochdramatisch angefühlt hat. Und eigentlich bin ich schon auch ein Typ, also ich meine, ich komme auch einfach aus einer Familie, in der viel gestritten wird, mache das eigentlich nicht so Angst. Ich streite mich auch gerne. Ich mag auch Reibungen, ich mag es irgendwie in Diskussionen zu gehen, ich mag es Sachen auszuhandeln, ich mag es irgendwie mich erklären zu können, ich will die andere Person, dass die andere Person sich irgendwie erklärt. Und aber für ihn war es, glaube ich, so, ich spreche was an und es war direkt so puh, irgendwie so sehr , ja, eigentlich ein bisschen cholerisch . Was waren die Themen oder die Punkte, wo ihr dann so in Streits abgeglitten seid? Unterschiedlich. Also ich gab so einen heftigen Streit ganz am Anfang, der mir in Erinnerung geblieben ist, war irgendwie, dass ich war da gerade auf einer Woche in Rügen auf einem Segelkurs war und ich hatte vorher eine sehr arbeitsreiche Zeit und war wieder so zwei Wochen am Stück, nicht alleine, immer Zimmer geteilt, super viele Menschen um mich herum. Und er wollte aber die ganze Zeit, weil wir uns nicht gesehen haben, Kontakt haben und viel telefon ieren. Und ich wollte das dann irgendwie auch ja erfüllen . Und habe dann aber so beim Telefonieren gemerkt, wenn er mir dann irgendwann viel erzählt hat und so, war ich dann so, boah, ich merke einfach, mir ist das zu viel, ich kann das gerade nicht mehr halten, ich kann irgendwie gar nicht darauf eingehen. Und ja, und ich glaube , daraus hat sich dann so ein Streit entwickelt, dass er war dann irgendwie so: Ja, das ist aber eine Erwartung, die ich irgendwie habe, an einer einer Person, an Person, die ich date, dass sie irgendwie da ist und zuverlässig ist. Und ich war so, okay, aber wir sind nicht in einer Beziehung, ich möchte diese Person gerade nicht für dich sein. Wenn du jemanden brauchst, dann such dir eine. Du sprichst mit deinen Freunden, so ich kann es gerade nicht leisten. Und irgendwie daraus ist, glaube ich, so ein erster Streit entstanden. Hast du nicht eben gesagt, für ihn wart ihr seit August in einer Beziehung? Also habt ihr das nie offen ausgesprochen? Oder wie war denn so das nach außen, die Beschreibung? Nach außen waren wir, also für mich am Daten und wir haben da aber auch drüber gesprochen. Also , wir haben eigentlich schon immer sehr offen, weil es geredet. Also, ich habe dir ja eben schon gesagt, ich bin ein offenes Buch, ich habe eigentlich das Herz auf der Zunge liegen und spreche auch alles an. Und ich glaube, das ist auch was, was ihn, glaube ich, ein bisschen überfordert hat, weil er eher aus Beziehungen vorher kam, die sehr vermeidend waren. Und ich bin schnell dabei, wenn ich irgendwie merke, bei mir ist irgendwas los, dann will ich das kurz aussprechen und dann ist es aber auch wieder gut. Und für ihn war es aber jedes Mal voller Stress. Weil er sich irgendwie das Gefühl hatte, er muss jetzt irgendwas erfüllen. Aber Aber sehe ich es richtig, dass das Haupt thema dann war, dass du nicht so richtig wusstest, wie du deine Grenzen formulieren sollst, eher unwissentlich drüber gelatscht ist und ihr dann einfach , also ein tatsächliches Buchstäbliches Missverständnis kreiert habt. Ja. Also ich würde sagen, alle unsere Streits waren eigentlich immer beruhend auf Missverständnissen. Ja. Und Und Kommunikation, die irgendwie schief und krumm war. Ja. Gibt es Situationen in deiner Erinnerung, wo du ganz klar deine Grenzen benennen konntest, also auf der Arbeit oder im Freundeskreis oder ist es grundsätzlich ein Thema ? Nee, eigentlich würde ich sagen, kann ich das gut . Also, ich glaube, ich bin eigentlich sogar ein sehr direkter Mensch und auch manchen Leuten glaube ich ein bisschen zu direkt . Und eigentlich beziehungsweise sagen wir es immer, also in Kontexten, in denen ich mich sicher und wohlfühle, kann ich das gut. Also bei meinen Freundinnen, die mich jetzt auch einfach alle sehr gut kennen und wissen, dass ich irgendwie schnell Probleme mit Reizüberflutung habe oder so, kann ich sagen, bei mir ist das gerade zu viel. Und dann ist auch okay. Jetzt zum Beispiel auf der Arbeit gehe ich eigentlich regelmäßig über meine Grenzen, weil ich aber auch dieses Problem mit den Schmerzen habe und ich habe halt auch einen Job, ich arbeite pädagogisch und bin ständig reizüberflutet. Es ist eigentlich total dumm. Also ich bin auch gerade dabei, einen Berufswechsel vorzunehmen, weil ich einfach merke, ich packe das nicht mehr. Aber trotzdem habe ich halt so diesen Anspruch, wenn ich irgendwie einen Job zusage, den auch durchzuziehen und den ziehe ich dann auch meistens eher 150 Prozent durch als nur 70. Kann ich schwer aus der Verantwortung dann rausnehmen. Ja. Okay . Wie hat sich diese Beziehung dann weiterentwickelt? Also, ihr wart die ganze Zeit aus deiner Sicht in einer lockeren, im Grunde Situationship oder waren für mich in einer Kennenlernphase. Ich habe von vornherein gesagt, ich habe Interesse daran, also ich habe Online-Dating gemacht, weil ich eine Beziehung gesucht habe und nicht, weil ich eine Situationship gesucht habe. Die schien ja sehr lang, die Kennenlernphase, oder? Naja, die war unter brochen, weil also wir haben uns Ende mal kennengelernt und dann waren wir beide viel unterwegs. Das heißt, wir haben uns immer so mit sehr großen Abständen nur gesehen und dann aber sehr intensiv. Also Wochen dazwischen. Wochen dazwischen. Und dann hat er mir irgendwann erzählt, ja, er hat jetzt ein Jobangebot, wo er dann irgendwie durch Europa unterwegs ist und danach möchte er den Überwintern in Südamer ika, Mittelamerika . Und genau, dann wusste ich, okay, wir werden uns jetzt ein halbes Jahr nicht sehen . Und da war dann für mich auch so, okay, irgendwie macht das gerade keinen Sinn. Und dann habe ich es eigentlich auch beendet. Und dann hat er aber so toll reagiert und dann war es doch nicht vor. Ja, okay . Und genau, und dann war er irgendwie zwei Monate unterwegs und ich wollte auch im Winter weg. Und ich wollte aber eigentlich nach Indien auf eine Hochzeit von einer Freundin, aber ich wollte nicht alle ine reisen . Ja, und dann habe ich mich halt dazu entschieden, ihn in Mexiko zu besuchen. Und da bin ich dann hingeflogen , Anfang Januar. Und dann waren wir irgendwie drei Wochen zusammen in Mexiko und dann kam eine Freundin von mir und dann bin ich mit der weitergereist und er ist dann irgendwie wieder zurück. Sind wir im Januar 26? Dieses Jahr. Genau, und diese Mexiko-Reise , die war wirklich sehr turbulent. Also wir sind an, ich bin angekommen, er war schon irgendwie ein, zwei Monate da, ich war super erschöpft irgendwie genau, dann kam es, wie es kommen musste. Wir hatten natürlich direkt unseren ersten großen Knall . Und dann haben wir uns aber auch wieder vertragen. Und ich glaube, es war halt irgendwie, weil wir uns auch voll unter Druck gesetzt haben, dass es jetzt irgendwie eine gute Zeit werden muss. Ja, und dann würde ich jetzt eine kleine Trigger-Warnung aussprechen. Genau, kam es zu einer Situation , wo wir halt geschlafen haben, beide, und er aus dem Schlaf heraus halt ungefragt mich angefangen hat anzufassen. Und ich bin davon wach geworden. Und ich bin dann halt wieder in meine übliche Reg ungslosigkeit verfallen und habe es irgendwie mitgemacht. Also wirklich, ich habe ja irgendwie gar nicht fake zu sagen: so boah, ich habe gerade geschlafen, mir ist es zu viel oder so. Ich war dann auch eher so in meinem Kopf so, äh, okay, ja, vielleicht wird es ja schön, ich lasse mich mal drauf ein. Und wir haben uns ja auch gerade so gestritten und jetzt haben wir uns wieder vertragen und ich glaube, dann gehen eher so Gedanken los: ich will die Person jetzt nicht zurückweisen, weil ich will jetzt die Situation nicht wieder verkacken und genau . Dann kam eins zum anderen und danach hatte ich eine Panikattacke und das war jetzt ganz schrecklich. Hast du ihm dann gesagt, dass du das eigentlich nicht wolltest? Er hat mich dann währenddessen irgendwann gefragt, willst du das überhaupt, weil er dann halt irgendwann gecheckt hat, dass ich halt sehr regungslos bin und dann war er auch direkt Rückzug und hatte dann irgendwie voll das schlechte Gewissen und ich war dann aber auch direkt so, ja, alles okay , und war aber natürlich gar nichts okay, und genau, aber er hat mich dann schon auch, also er war super einsichtig und hat mich dann auch aufgefangen und war, glaube ich, einfach auch sehr geschockt von sich selber . Und genau, dann . Aber das war halt der Start in den Urlaub. Und ich glaube, danach war halt irgendwie einfach auch der Wurm drin. Weil ich wollte halt, dass alles gut ist, weil ich wollte ja auf gar keinen Fall alleine reisen. Ich habe das schon oft in meinem Leben gemacht, aber ich war so, ich will gerade einfach nicht alleine unterwegs sein. Und dann hast du dich selber total angepasst und nicht im Blick gehabt. Es hat halt dann einfach regelmäßig geknallt, weil ich war halt dann auch einfach pass iv aggressiv oft und genervt von ihm . Und er wollte alles richtig machen und hat sich super untergeordnet . Und dann bin ich auch noch, ich hatte auch noch Geburtstag in der Zeit und dann bin ich zwei Tage vor meinem Geburtstag so richtig krank geworden . Und da wollte er dann auch alles richtig machen. Ich wollte aber einfach nur mal eine Ruhe haben. Und es war einfach eine. Also, wir hatten auch sehr schöne Momente. Das will ich jetzt gar nicht sagen. Wir hatten auch wirklich sehr schöne Tage, aber es war halt sehr krisenhaft. Und dann, nachdem ich dann zurückgekommen bin, und er war ja dann irgendwie schon einen Monat da , ging das dann irgendwie so weiter. Also, wir hatten irgendwie schon auch schöne Zeiten, aber ich war einfach unglaublich viel auch genervt von ihm . Und er war jetzt auch an dem Tag, als er mit mir Schluss gemacht hat, hat er auch so gesagt, boah, ich habe das Gefühl, du hast mich und willst gar keine Zeit mit mir verbringen. Du gibst mir die ganze Zeit das Gefühl, mich nicht zu mögen . Und ich habe dann auch gesagt, es stimmt auch, es tut mir auch total leid, ich weiß auch nicht, wo das herkommt. Ich bin irgendwie so, ich habe mich dann einfach nicht im Griff und bin dann richtig, bin halt ein richtiger Stinktstiefel . Und ja, will aber auch eigentlich nicht so sein und versuch mich dann auch immer darauf zu konzentrieren, was er alles toll macht, aber hab dann, ja, vielleicht ist da auch einfach was kap utt gegangen. Das kann auch sein. Ja, also gerade diese Stinkstiefligkeit oder wenn man dann so passiv-aggressiv wird, das rührt eigentlich fast immer daher, dass man nicht so bei sich ist und die eigenen Grenzen häufig auch selber ständig überschreitet, indem man sagt: Nee, ist okay, lass mal dieses Museum noch besuchen, obwohl man eigentlich am liebsten einfach im Bett liegen will oder am Strand sitzen oder was weiß ich. Und ja, so im Grunde außer sich ist, im wahrsten Sinne des Wortes. Und gerade wenn ihr beide so eine riesen Schauspiel aktion dahinlegt, du willst, dass es ihm gefällt, er will irgendwie, dass es dir gut geht, dann seid ihr beide überhaupt nicht ihr selber. Und wenn ihr in dieser Position seid, seid ihr auch gar nicht in der Lage, gesunde Entscheidungen zu treffen für euch. Weil ihr ja nicht ihr selber seid, buchstäblich. Ja. Aber die ganze Beziehung klingt ja wie ein unglaublich anstrengender Krampf. Es war so anstrengend . Wirklich . Es war sehr anstrengend. Und gleichzeitig war es aber halt auch natürlich trotzdem schön. Also, ich mag ihn halt als Menschen unglaublich gerne, tolle Eigenschaften. Und ich glaube, ich habe mir eigentlich gewünscht, dass ich glaube, ich bin einfach schon jetzt nach meiner letzten Beziehung, die hat irgendwie 2000, sagen wir jetzt 26 . Mm. 2000 22 geendet war ich hatte ich jetzt irgendwie nach so einer langen Online-Dating-Phase auch in Berlin, wo ich unglaublich frustriert war, war ich so, da ist jetzt irgendwie mal einer, der hat Lust zu bleiben und ich wollte dem einfach eine Chance geben. Ja. Und hab auch gedacht: Ich lerne auch gerade so unglaublich viel über mich selbst. Natürlich löst der viel mehr aus und das ist anstrengend, aber irgendwie habe ich das auch so ein bisschen als Chance gesehen, nochmal Sachen anzugucken, die mir halt sonst nicht auffallen, wenn ich alleine bin. Ja, bloß wenn es dann dazu führt, dass du ständig gestresst bist, ist es nicht das Richtige. Ja, das stimmt. Ja, weil du ja dann , also gerade wenn du sagst, ich brauche eigentlich Ruhe und ich wünsche mir eigentlich ein Leben, ja, so in der Gelassenheit, kannst du natürlich keine Beziehung führen, die das genaue Gegenteil, die das genaue Gegenteil produzieren. Ja . Wie hat er, also hat er das in diesem Gespräch beendet, wo er gesagt hat, ich habe das Gefühl, du hasst mich, du wirst gar nicht mit mir zusammen sein ? Nein, ähm . Also, halt, wir waren halt an einem Tag verabredet. Ich hatte halt gerade eine Projektwoche hinter mir , die unglaublich anstrengend war. Und Samstag war ich den ganzen Tag wirklich, habe ich zwei Stunden zum Kaffee trinken mit einer Freundin getroffen, also war ich regungslos im Bett und wir waren halt für diesen Sonntag schon länger verabredet, weil er mir endlich Freunde von sich vorstellen wollte. Die du auch noch nie kennengelernt hast. Nee. Ach einem Dreivierteljahr. Ja, das war ein großes Bedürfnis von mir. Ich habe immer gesagt, boah, ich würde voll gerne mal deine Freundin kennenlernen. Und deswegen wollte ich das auch nicht absagen, obwohl ich eigentlich schon da hingefahren bin mit dem Wissen, wo eigentlich brauche ich mehr Ruhe, montags geht die nächste Projektwoche los. Und genau dann hat es halt irgendwie direkt geknallt, weil ich bin irgendwie reingekommen und war eklig. Und er hat versucht, irgendwie das Gegenteil zu sein und dann ist er irgendwie sehr cholerisch geworden . Ich habe mich direkt sehr reumutig entschuldigt und hat mir irgendwie total leid getan, habe es auch alles eingesehen und dann bin ich aber gefahren und habe gesagt: Ich will jetzt auch nicht den restlichen Tag versauen, irgendwie jetzt in dieser Stimmung deine Freunde kennst du denn jetzt auch nicht das Rich tige . Und dann habe ich irgendwie ihm später noch eine Nachricht geschrieben, die auch sehr lieb war, wo ich mich irgend igt habe. Und dann habe ich ihn angerufen und er ist nicht dran gegangen. Hab ich ihm nochmal geschrieben, du können mir mal telefonieren heute oder willst du deine Ruhe haben? Keine Reaktion. Und dann habe ich ihn nochmal angerufen und dann hat er irgendwann abends spät zurückgerufen. Und genau , dann ich glaube, er wollte nicht am Telefon Schluss machen. Er war halt so mittags, als wir es gesehen haben, war er so okay, dann sehen wir es vielleicht vielleicht auch einfach zehn Tage nicht. Und ich war so, okay, aber ich kann das nicht, ich kann jetzt nicht zehn Tage nicht Kontakt mit dir haben , weil für mich war es so, ich war halt schlecht gelaunt und war blöd und du bist total cholerisch geworden. Und ich will aber auch mal, wenn ich gerade in so einer stressigen Phase bin, auch mal blöd sein können, ohne dass jetzt es total schlimm ist. So, ich entschuldige mich ja auch danach. Und ich weiß, es ist blöd, dass ich so bin und ich will das auch ändern, aber für ihn war es halt so zu viel. Also, ich hatte einfach den Rahmen überspann t. Ja. Und genau deswegen, genau, und dann in diesem Telefonat abends hat er dann Schluss gemacht und meinte dann irgendwie auch noch, ich würde ihn konditionieren, cholerisch zu sein. Und irgendwie hat schon auch ein paar verletzende Sachen gesagt, aber hat auch noch ein paar schöne Sachen gesagt. Naja, er reagiert wahrscheinlich darauf. Also, man kennt ja diese Spiralen. Ich kenne das auch aus einer Be ziehung, aber das war eine Beziehung, die einfach nicht gepasst hat. Und wir haben beide krampfhaft versucht, das passend zu machen. Genau, das ist dann auch die Erkenntnis gewesen: so es passt halt einfach nicht. Und es ist auch okay, also es ist auch gut, dass es jetzt irgendwie vorbei ist, weil ich war eigentlich die ganze Zeit schon so, irgendwie will ich auch nicht, dass wir uns unnötig viel verletzen. Aber ich hätte den Absprung nicht geschafft. Ich bin ganz ehrlich, ich hätte alles gegeben . Du hast ja wirklich alles reflektiert, was dir so im Leben passiert ist. Ja. Also für mich ist deutlich geworden, jetzt in dem Gespräch. Was haben deine Freundin nochmal gesagt, wenn du noch mehr reflektierst? Na, eine Freundin von mir hat gesagt, wenn ich mich noch mehr reflektiere, dann erlange ich zur Erleuchtung . Gelange ich zur Erleuchtung. Ja, also würde ich jetzt widersprechen, weil für die Erleuchtung müsste das Gefühl mit integriert sein. Und aber ich glaube, du wirst zumindest ein sehr, sehr hell leuchtender Spiegel, wenn du dich noch mehr reflektierst. Also, ich für mich hat sich schon herauskristallisiert, dass da die Gefühle, ja, und oder beziehungsweise das Integrieren der Gefühle nicht so sehr stattfindet, wie es eigentlich sein sollte. Weil du immer in die, also proaktiv quasi drüber hinweg fegst. Und hier wäre aber tatsächlich, glaube ich, die Lösung des Ganzen. Und genau das, was du jetzt nicht tust, nämlich die Ruhe geben, um nicht zu reflektieren, also das im Kopf zu zerdenken, sondern tatsächlich mal zu spüren. Zum Beispiel, ich fühle mich einsam, ich fühle mich oder fühle Verlustangst, ich fühle was auch immer, all die negativen Gefühle, die man halt so hat als Mensch, die einfach mal auszuhalten. Ich finde das so komisch, auch weil früher war ich da richtig gut drin. Also, ich habe früher, ich war eigentlich schon auch immer ein sehr melancholisches Kind und ich habe es geliebt, einfach alleine durch die Natur zu streifen und meinen Gefühlen nachzugehen. Bin auch irgendwie, spiele schon immer Theater und so und habe eigentlich so irgendwie voll, mag das eigentlich, Gefühle zu erleben . Ich Ich ähm, aber ja, mir ist es auch aufgefallen. Ich lenke mich auch einfach sehr viel ab. Ich glaube, es hat auch viel mit so Mediensucht, Handysucht zu tun. Die ja den Zweig haben, ne? Dich abzulenken, also ja . Und wirklich so dieses Gefühl von Einsamkeit. Ich finde es so schwer, das auszuhalten. Und es ist auch irgendwie so komisch, weil ich weiß, ich bin ja nicht einsam. Ich habe wirklich einen sehr guten Freundeskre is . Ich habe irgendwie auch inzwischen wieder das Gefühl, so einen familiären Rückhalt zu haben. Also aber ja, ich glaube, irgendwie merke dann so richtig , dass so eine Person, wie jetzt mein Ex-Partner, dann da irgendwie vielleicht auch ein Loch stop fen soll. Was er halt natürlich nicht füllen kann, weil ich das irgendwie selber füllen muss Du musstest dich im Grunde selber bemuttern. Ja . Aber das kann auch eine schöne Tätigkeit sein. Und ich glaube, also gerade wenn jemand so super reflektiert ist und genau weiß, wie die Systematik dahinter funktioniert ist es ein relativ kurzer Prozess. Das musst du einfach, da musst du einfach mal einsteigen und das knackig , ja, Aber wie möchte ich das mich selber bemuttern? Hast du Tipps? Es gibt ein Buch, was dir dabei helfen kann, das ganz neu auf dem Markt von Nicole Leperra. Ich denke , das wird es auch auf Deutsch geben, oder wenn noch nicht, dann bald. Reparenting Yourself. Das ist gut, finde ich. Ist halt amerikanisch, aber man kann als Europäerin auch das so um schreiben für sich . Und da hat sie auch ganz viele Übungen drin, die dir nützlich sind. Und das wichtigste Tool ist einfach, nicht alles überdecken mit Aktion . Also, weil, wenn du sagst, ich bin dann einen Tag danach so erschöpft, dass ich gar nichts mehr machen kann, ist das ein eindeutiges Zeichen, dass du so derbe über deine Grenzen hinweg gehst, dass dein ganzes System einfach sagt: Weißt du was, jetzt machen wir einfach nicht mehr mit. Also die letzte Bastion, quasi, die die Seele noch so halten kann, die hast du so niedergerissen, dass dann wirklich Alarm ist. Ja, ich glaube, das kommt halt echt irgendwie auch aus dieser Phase, wo ich irgendwie so ein Jahr lang sehr viel alleine zu Hause war, weil ich mich wegen Schmerzen gar nicht viel bewegen konnte . Und dass in mir direkt so ein Gefühl von Dingen nicht nachgehen, weil ich irgendwie unzulänglich bin, weil ich nicht so stark bin wie andere Menschen . Dann ist es aber besser, wenn du dann sagst: pass auf, liebe Freundin, ich kann dort nicht rausgehen, weil, ne, Schmerzen, ich würde mich aber wahnsinnig freuen, wenn du zu mir kämpft. Ja Weil, wenn dann noch Musik drauf kommt und Fahraktivität und Konfetti, was weiß ich, dann ist es einfach zu viel. M Ja, ich glaube, ich habe halt wirklich sehr viel Hilfe bekommen, auch schon in meinem so in den letzten Jahren. Und ich habe irgendwie, ich will auch nicht immer die Person sein, die so hilfsbedürftig ist und die dann immer den Rahmen bestimmt. Aber du bist doch hilfsbedürftig . Will ich aber nicht sein. Ja, aber das hilft ja jetzt nichts. Solange die Schmerzen da sind, bist du hilfsbedürftig. Ja . Ja, ich . Ein guter erster Schritt wäre, das mal zu akzeptieren. Ja, ich glaube, ich bin da auch schon sehr zwangsläufig weit . Weil ich bei jedem, alles was getragen werden muss, kann ich nicht machen. Also, ich erfrage mir Hilfe, aber es fühlt sich halt nicht gut an. Denk mal an das, was du am Anfang erzählt hast. Dass du ganz viel gelernt hast, aber es irgendwie nicht hängen geblieben ist. Also dieser, es muss doch gehen, warum geht es nicht? Das ist ja immer noch da . Ja voll . Und wenn du einfach akzeptierst, dass du nichts Schweres tragen kannst, das ist so , dann wirst du jemanden finden, der es für dich tr ägt. Ja. Indem man fragt. Kein Mensch, der aufrichtig gefragt wird und das Gefühl hat, ich kann hier jemand anderem wirklich nützlich sein , wird Nein sagen. Man hilft bloß nicht gern, weil man das Gefühl hat, die Leute machen das aus Faulheit oder ja, zum Beispiel so Leute, die das mir die allerliebsten, die wirklich gut verdienen und dann sagen, könnt ihr mal beim Umzug hel fen. Auf gar keinen Fall. Auf gar keinen Fall. Aber wenn jemand sagt: pass auf, mein Bein ist kaputt, ich kann die Treppe nicht hochgehen, würdest du mir die Wasserkästen hochtragen? Natürlich. Klar . Ja, ich meine, also , wenn ich jetzt in der anderen Position bin, würde ich das natürlich genauso machen. Also, ne, ich helfe ja auch gerne Leuten. Warum sprichst du das deinen Freunden ab, dass sie es tun? Ja. Ich spreche denen das nicht, aber ich glaube denen, dass die das tun. Also die tun es gerne und die machen das auch, aber trotzdem habe ich das Gefühl, ich bin halt immer in so einer . Position , dass ich danach fragen muss. Und das ist irgendwie , glaube ich, einfach dieses Selbstbild hatte ich meinen. Ich war eigentlich immer so, ich habe immer sehr schnell , ich habe sehr früh selber Verantwortung übernommen und Sachen selber hinbekommen. Und meine Mutter hat mir das auch so vorgelebt, alles selbst machen zu wollen und zu können und zu müssen. Es wird einfacher für dich, wenn du die Verantwortung abgibst. Ja, ja. Ja. Ich musste auch gerade an so eine Streitsituation mit meinem Ex-Partner denken, da war das auf jeden Fall auch, es war auf jeden Fall auch, dass wir uns mal sehr gestritten haben, weil ich nicht wollte, dass er immer meinen Rucksack mir anreicht, weil ich weiß so, ich kann ihn selber nehmen. Und er war, fand es halt so, er wollte ja nur helfen und war natürlich unmöglich, dass ich ihn dann dafür anpampe, irgendwie. Aber ich fühle mich dann so entmündigt aufgrund dieser Krankheitsgeschichte einfach. Ja. Aber die Krankheit können wir jetzt nicht wegzaubern. Nee, die stimmt, die ist da. Und darum musst du dein Leben irgendwie so leben, dass es irgendwie integriert ist. Und das bedeutet, dass dir jemand den Rucksack anreicht oder dir die Wasserkästen trägt oder was auch immer. Das ist jetzt einfach so. Also, nichts, was du tust, wird die Krankheit ja wegzaubern, plötzlich. Ja . Und genau so , also dieses sich anderen Zumuten muss man üben oder sich hingeben, so kann man es ja auch nennen. Dann wird nämlich alles leichter und auch zu akzeptieren, dass deine Grenzen vielleicht andere sind als die von deinen Freundinnen und Freunden, dass du schneller da am Limit bist. Und je mehr du das machst und auch vor allem fühlst, also nicht dagegen arbeitest, sondern einfach wirklich innehältst und sagst: Aha, da fühle ich es wieder und das ist okay. Je mehr du das integrierst, umso leichter wird es für di ch. Und vor allem natürlich, wenn dir jemand beigebracht hat oder das Leben dir beigebracht hat, du bist nicht genug. Guck mal, du sitzt hier mit den ganzen Büchern und checkst es immer noch nicht Auch das zu akzeptieren, dass du genug machst, du machst genug . Und für den Rest hat man die anderen . Ja Weil, wenn man zu viel reflektiert, dann fällt das Licht so sehr auf ein, dass es quasi kontaktlos wieder zurückgeschleudert wird. Und dann sitzt man damit gar nichts. Das wäre ein schönes Bild, ja. Ja, ich weiß, dass es auch irgendwie ein Thema ist, einfach mal so Gedanken ruhen zu lassen und einfach mal so mehr in den Moment wahrzunehmen. Und ich glaube , dann ja Ja, ich weiß auch, dass ich oft irgendwie durch diese verkopftheit geht es mir halt auch oft nicht gut. Ich bin dann einfach auch nicht so gut drauf, weil ich Sachen halt so zerdenke und wie ich dir ja eben schon gesagt habe, so eine Erwartungsangst auch oft habe von Dingen. Ich finde, es baut sich immer am besten, wenn man sich so ein Bild bastelt. Stell dir vor, du bist eine Pflanze, ja, schöne Pflanze, braucht Licht, aber du hast diesen großen Spiegel über die Reflektion. Die Sonne will zu dir rüber oder runter in dem Fall. Aber du reflektierst so viel, du bist so viel in deinem Kopf, dass das Licht, was du nötig hättest, wieder zurück ins Weltall geschossen wird, quasi. Jedes Mal, wenn du das Gefühl integrierst und sein lässt, ohne das mit Aktion zu füllen, wenn du in die Akzeptanz gehst, wenn du feststellst, so ist es eben, öffnet sich da oben in diesem Spiegel eine kleine Luke und dann fällt das wie so ein göttlicher Strahl, ein bisschen Licht auf dich, du kleine Pflanze. Und dann finde ich irgendwann wirklich die Erleuchtung. Und dann findest du wirklich die Erleuchtung, indem nicht dieser ganze Spiegel irgendwann sich quasi auflöst und das Licht zu dir durchlässt. So. Dann hast du die Stufe der Göttlichkeit erreicht . Ja Ja. Dann kannst du deiner Freundin sagen: Ja, stimmt, jetzt, jetzt ist es wirklich so. Ja, ich frage mich halt noch so ein bisschen , glaube ich, also durch diese Trennung jetzt ist da schon auch irgendwie noch so ein bisschen so eine Angst vor so einer Beziehungsunfähigkeit irgendwie. Dass ich irgendwie das Gefühl habe, ich habe mich durch Berlin durchgedatet, and ist es so schwer, hier jemanden zu finden, der irgendwie zu einem passt. Ich bin aber eigentlich irgendwie auch ein bisschen nach Berlin gekommen, und dann habe ich festgestellt, okay, es ist die Hauptstadt der Singles, vielleicht ist es eine schlechte Idee gewesen. Großstädte sind immer schlecht zum Daten. Und das hat nichts mit dem individuellen Fähigkeit oder Unfähigkeit zu tun, sondern es ist einfach alle sind sch sindle ständig überfordert. Darum beziehungsunfähig bist du dann, wenn du überhaupt nicht in der Lage bist , dich mit Gefühlen zu beschäftigen. Wisst ihr ja nicht. Ich glaube, gerade lässt du einfach , dass du noch nicht so nah bei dir dran bist, wie du sein solltest, um dich wohl zufühlen. Und dann könntest du nämlich auch jemandem sagen: pass auf, das geht für mich gerade und das geht gerade nicht. Also noch mehr treffen, noch mehr knutschen , nachts einfach Geschlechtsverkehr initiieren , obwohl man gar nicht richtig wach ist, im Urlaub blöd sein, was auch immer. Also, dass du einfach aus Erwachsenen sicht für dich gesunde Entscheidungen treffen kannst. Mir ist es ja eigentlich nicht, ne? Das Ding ist so, im Nachhinein bin ich immer voll fake, Sachen anzusprechen. Also ich habe jetzt nicht das Problem, dass ich irgendwie nicht Probleme, also dass ich da nicht äußern könnte . Ja, ich glaube, es wäre halt nur gut in dem Moment , mich bei mir zu bleiben. Und das kannst du aber an alltäglichen Dingen üben. Bei dem Busfahrer, der dir einfach oder dich gerade nochmal so reingelassen hat, zum Beispiel, ja, in Berlin typische Situation, du rennst, der macht schon zu und dann denkt er sich, mein Gott, jetzt ist die Ampelrot okay. Und dann könntest du sinngemäß sagen, danke, ich hatte schon oder dort stehen gelassen zu werden, hätte mich echt traurig gemacht. Oder irgendwas, keine Ahnung, um mitzuteilen, wie du dich fühlst, wenn Situation X passiert, ja. Oder jemand klaut dir den letzten Apfel im Obstregal, und du sagst, ich hätte gerne diesen Apfel gehabt. Ich habe mich den ganzen Tag drauf gefreut. Was eine unwahrscheinliche Situation ist. Aber du verstehst, was ich meine. Also da muss man nicht die große Beziehungsimplosion haben, um das machen zu können, sondern man kann es wirklich täglich üben. Und je selbstverständlicher das für dich wird, umso leichter ist es dann auch in großen Situationen zu sagen, das will ich, das will ich nicht und immer im Hinterkopf behalten, dass du das als Kind gar nicht gelernt hast, weil du dich möglichst unsichtbar machen musstest, damit dieses System überhaupt funktioniert. Ja . Aber jetzt ist es Zeit, dich sichtbar zu machen. Und tatsächlich, wenn du unter der großen Reflexionsschale sitzt, kommt das Licht nicht zu dir durch. Das musst du jetzt mal aufknipsen. Zack. Okay. Und alles, was anstrengend ist und sich blöd anfühlt, weg . Ja ? Direkt weg. Ja, also zumindest einmal eine Grenze setzen und wenn das dann nicht klappt, dann sagen: pass auf, Freunde, ich glaube, so funktioniert das nicht. Ja . Okay , ich versuch's,. wenn man es la Esufen aber wirklich viele Vollidioten hier rum. Das ist doch ein sehr, sehr schönes Schlusswort. Vielen, vielen Dank, dass du da warst. Ja, danke dir, dass ich vorbeikommen durfte. Das war Paula Liebenlern. Und wenn ihr auch mal dabei sein wollt, dann schreibt mir spontan auf Instagram oder auf meiner Homepage, da gibt es ein Formular, das könnt ihr ausfüllen. Und an zwei Sachen denken. Ich gehe ab September auf Tour-Tickets gibt es auf Ticketmaster und Camp Paula findet vom 11. bis 14. Juni statt und ich freue mich sehr auf euch. Bis dann!
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