PA
Paula Lieben Lernen
Paula Lambert
Akzeptanz der eigenen Persönlichkeit
From 392 - Queen Chaos — May 26, 2026
392 - Queen Chaos — May 26, 2026 — starts at 0:00
Herzlich willkommen bei Paula Liebenlernen und mein heutiger Gast ist Elisabeth und wir reden darüber, warum alles so verdammt chaotisch ist und woran es möglicherweise liegen könnte. Viel Spaß beim Hören. Herzlich willkommen, liebe Elisabeth. Vielen Dank, ich freue mich, dass ich da sein kann. Ja, ich freue mich sehr, dass du da bist und ich finde, du bringst ein sehr spann endes Thema mit, in das wir gerne gleich eintauchen können, weil wir hatten das so noch nicht. Ist aber, glaube ich, ein Thema von vielen. Und das nennt sich chronische, massive, vielleicht sogar Prokrastination im Leben, der große Lebensstöpsel, der irgendwie alles zustopft . Wie kommt es dazu? Ja, also erstmal freue ich mich, dass ich mit meinem Thema heute hier sein kann. Ja, also der Leidensdruck bei mir wird immer größer und deshalb setze ich mich jetzt damit auseinander. Und also ich glaube, diese Schibaritis kann ganz viele Ursachen haben. Bei mir habe ich das Gefühl, es ist so eine Überladung von Emotionen, die auf bestimmte Aufgaben mit auftruiert werden. Und dann schafft man es einfach gar nicht anzufangen, weil sich vorher so Gedanken, ganz viel Kreisen , ich versuche auch immer so zu überlegen, was erwartet mein Gegenüber von mir , was ist, wenn ich mein Gegenüber enttäuschen könnte, versuche da irgendwie auch alles so vier, fünf Schritte mitzudenken und dann wird diese Aufgabe so groß, also erstmal so groß, dass man sie gar nicht mehr teilen kann, aber auch die Reaktion auf die Erledigung der Aufgabe wird auch so kompliziert, dass ich einfach gar keinen Anfang finde. Lass mal ganz kurz in deine Lebenssituationen eintauchen. Wie lebst du? Ja, das ist auch spannend. Also, ich bin jetzt 42 und habe einen Sohn, der wird jetzt sechs. Und ich bin während der Pandemie zurück zu meinen Eltern gezogen. Aufs Land, nicht in die gleiche Wohnung, aber in das gleiche Haus und ziehe mein Kind alleine groß , bin voll berufstätig und ja, es ist ja keine Überraschung, wenn man zurück zu seinen Eltern zieht, das ist wahnsinnig kompliziert. Und gleichzeitig schaffe ich es aber auch aufgrund meines Alltags und aufgrund meiner Überforderungssituation auch nicht so richtig, wieder den Absprung zu finden. Ist es für dein Kind denn angenehm dort? Also genau, er liebt es. Wir sind auch immer mal öfter in großen Städten, weil ich ja die freundschaftliche Anbindung dort habe. Und er findet es super dort. Genau, weil die Großeltern und auch verschiedene andere Familienmitglieder dort sind und er kann sich es noch nicht so richtig vorstellen, wieder umzuziehen. Ich rede immer mal mit ihm drüber. Aber natürlich, solange das abstrakt bleibt, ist es ja auch logisch, dass ein Kind das nimmt , was er gerade kennt. Was ist für dich das größte Problem bei der Wohnsituation? Ja, die Distanzlosigkeit meiner Eltern. Also, die latschen rein in dein Gebiet und sagen, wie sieht es denn hier aus? Was können wir machen? Komm doch runter. Genau, sie laufen in meine Wohnung teilweise ohne Vorankündigung. Meine Mutter versucht, meine Wäsche mitzuwaschen, was ich entschieden ablehne. Sie laden uns zu Mahlzeiten ein. Sie locken mein Kind und teilweise ist es ja auch so, dass sie auf das Kind aufpassen, wenn ich länger arbeiten muss. Aber das geht alles so spontan ineinander über ., dass es manchmal mir auch schwerfällt, die Grenze zu setzen, weil ich oft ja auch auf sie angewiesen bin. Hast du denn mal ganz klar gesagt, wie du dir das noch idealer vorstellen würdest? Ja, ich habe es versucht, aber dadurch, dass ich immer wieder in schwierige Situationen komme, wo ich kurzfristig auf sie angewiesen bin, ist es dann wieder so ein bisschen, dass sie das nicht ernst nehmen, was ich sage. Weil ich es auf meiner Seite auch nicht ganz konsequent es schaffe , Dinge umzusetzen. Okay, aber so etwas wie Haushaltsaufgaben erledigen, dass sie das bei dir lassen, das müsste ja eigentlich zu machen sein. Ja, ja. Ich also glaube, dass ich, also ich glaube, ich sage das schon, aber ich glaube, es kommt nicht richtig an. Genau. Und gleichzeitig sind Sie jetzt auch in einem Alter, wo Sie immer mal Unterstützung brauchen. Und ich unterstütze natürlich gerne, aber manchmal so ganz spontan mit irgendwelchen bürokratischen Sachen oder IT-Sachen oder Handyg eschichten kommen sie auch sehr spontan zu mir und sagen, kannst du mal mach mal. Also, es ist alles sehr, sehr ineinander verwoben, als ob ich noch ihr Kind bin. Also bin ich ja auch, aber als ob sie, als ob wir noch ein Abhängigkeitsverhältnis haben. Ja, aber da könntest du ja zum Beispiel auch, da kann man Regeln aufstellen. Also, ich sage nicht, dass zwangsläufig funktioniert, aber nur nochmal, damit man das im Kopf hat: zu sagen, ich helfe dir gern bei deinem Handyvertrag einrichten, was auch immer. Und zwar in 75 Minuten, erst muss ich nämlich XY machen. Also das geht ja . Da muss man halt nur den Unmut aushalten, der dann vielleicht entsteht. Genau, den Unmut und ich muss auf meiner Seite auch stringenter sein. Ja. Weil ich auch spontan manchmal Dinge brauche oder schlecht organisiert bin. Also es ist so ein, ich glaube genau, wenn ich das für mich hinbekomme, dann ist es auch besser, Grenzen zu setzen. Oder dann fühlt es sich richtiger auf der anderen Seite an. Das dann fair aufgeteilt ist, das Chaos. Wenn du sagst , du schiebst Dinge auf, wo merkst du, in welchem Lebensfeld merkst du es am meisten? In allen eigentlich. Also es ist immer so, wenn eine neue Aufgabe kommt, bin ich erstmal total motiviert. Ich freue mich auch, neue Dinge zu lernen, neue Dinge zu ergründen, anderen Sachen zu helfen, Dinge besser zu machen, aber der Impuls ist immer da, aber das Dranbleiben wird zunehmend schwieriger, das dann halt so mit Erwartungen überladen wird. Das habe ich im Job ganz stark. Ich habe das teilweise auch in der Freundschaftspflege. Also dadurch, dass meine Freunde ziemlich weit weg wohnen, teilweise , ist es dann manchmal wirklich schwierig , so So naja, Vereinbarung einzuhalten, zu schauen, komme ich am Wochenende was machen wir, mich auch verlässlich zu melden. Also, ja, das nagt dann so ein bisschen auch an dem Bezieh ungen, so ein bisschen, würde ich sagen. Genau, Bürokratie schiebe ich auf. Ja, entschuldige, ich habe sofort, als würdest du von mir sprechen. Und ich habe eine ADHS-Diagnose, hast du auch eine? Also, ich vermute es, aber ich habe es nie machen lassen, weil die Wartezeiten gerade so schwer sind. Ja, es ändert ja auch nichts, außer dass du halt Medikationen bekommen könntest, wobei auch die vergesse ich immer, wobei die wirklich hilft, aber das Ding, Ding, Ding, ja, also es klingelt. Das ist genau so ist mein Leben auch, außer dass ich halt Hilfe habe. Die bezahle ich aber. Also jemand, der mir bei der Organisation hilft und so weiter und bei allem Bürokratischen. Aber das wäre jetzt meine Vermutung, ehrlich gesagt. Von abgesehen, dass es eine absolute organisatorische Katastrophe ist, alleinerzieh zu sein. Hat der Vater des Kindes, kümmert er sich, ist der manchmal nicht mehr. Der Papa meines Kindes und ich hatten über mehrere Jahre eine Affäre, aber sehr verbindlich irgendwie schon, aber es war keine Beziehung. Und daraus ist die Schwangerschaft und das Kind entstanden. Und es war ein Unfall oder auch ein bisschen Unvorsichtigkeit, würde ich sagen. Und genau, ich habe das dann in der fünften Woche gemerkt, dass ich schwanger bin und habe das dann gleich thematisiert. Dann war klar, dass er das Kind nicht möchte und ich wollte es eigentlich auch nicht. Und dann war ich bei der Beratung mit ihm auch, bei der Caritas . Und dann saß ich da mit diesem Schein und habe überlegt , okay, wie kann ich jetzt das medikamentös machen? Und dann wurde es genau und dann wurde es immer schwieriger für mich, das irgendwie durchzuziehen. Und dann habe ich gedacht, okay, ich bin jetzt Mitte 30, ich habe mir nie die Frage gestellt, will ich Alleinerziehend sein? Also ich würde es auch, also es ist wirklich, also ich habe mir das auch überhaupt nicht so krass vorgestellt Ich habe es auch nie geplant, Alinerziehend zu sein. Ich habe immer gehofft, also wenn ein Kind dann mit jemandem zusammen und hab dann aber es nicht, also genau, nicht geschafft, ihn abzutreiben, und also genau, hab dann irgendwann in der 10., 11. Woche entschieden, ich kriege das irgendwie hin. Und habe mir dann ein Unterstützungsnetzwerk auf gebaut. Also, ich habe damals in Berlin gewohnt. Und das war dann aber durch die Pandemie auch immer schwieriger mit sich besuchen, verbindlich sich zu treffen im Haushalt . Und das hat dann so ein bisschen zusammengebrochen über die Monate. Und dann irgendwann habe ich entschieden, okay, ich gehe aufs Land, wo die Tiere sind. Also wir haben mehrere Tiere, wo man mit dem Hund rausgehen kann. Man durfte ja teilweise nicht mal rausge hen, und das ist natürlich schwierig mit einem Kleinkind. Und jetzt hänge ich auf dem Land fest. Was aber sollte sich die Diagnose bewahrheiten, gar nicht so schlecht ist, weil reizarme Umgebung und viele Tiere, es tut dir auch gut. Aber das hilft jetzt natürlich nicht. Wo belastet dich deine ? Also es ist, ich wirklich, es hättest du mich beschrieben, darum, ich bin , würde da jetzt echt drauf wetten, aber ne? Gehen wir jetzt mal nicht davon aus. Nehmen wir an, dass es wirklich nur auf Schieberit ist. In welchem Bereich behandelt dich, äh, belastet dich das am meisten? Ja, am meisten auf der Arbeit eigentlich, weil da sind die Konsequenzen natürlich am meisten spürbar, ja. Wie sitzt du? Bist du alleine im Zimmer oder mit jemandem? Nee, wir haben genau. Also ich bin zwei Tage die Woche im Homeoffice und ansonsten im Büro und wir haben, wir sind zu viert in einem Büro und ich bin auch an der Schnittstelle , also ich habe Leute in der Verwaltung unter mir oder die mir zuarbeiten, und ich habe natürlich aber auch ein Chef nach oben und bin da irgendwie so ein wichtiges Bindeglied. Und natürlich fällt es dann auch auf, wenn Sachen irgendwo hängen, sage ich jetzt mal . Also erstens offen damit umgehen . Das ist der erste Schritt zur Erleichterung, weil du dann dir diesen Psychodruck nimmst. Zweitens, und das klingt jetzt richtig behämmert, aber ich sage dir, es funktioniert. Es gibt bei einem unserer allseits geliebten Online-Großhändler, gibt es so wie Telefon altes kabel so geschnörkelte Kettchen, also Bänder, und da sind so Schlüsselanhänger drin, diese klassischen, die man früher hat, diese Plastikdinger, gelb, rot, grün und so weiter. Davon bestellst du dir eine Ladung. Auf jeden dieser kleinen Schlüssel schreibst du in das Papierchen, das kann man ja täglich austauschen, Schritte oder Aufgaben, die gemacht werden müssen, um die Aufgabe zu erledigen, die da vor dir ist. Die legst du in der richtigen Reihenfolge an. Das heißt, die hinterste Aufgabe kommt zuerst ans Handgelenk, dann da drüber, drüber, drüber. Ganz vorne an der Hand ist die erste Schritt quasi. Und dann sitzt du da mit einem dicken Bündel an deiner Hand und das funktioniert viel besser, als wenn du dir eine To-Do-Liste machst. So, ja, das ist so eine Mischung aus, wie man sagt, Pomodoro-Technik, also wo du die Dinge teilst jemand, der dir auf die Schulter klopft. Das Gute daran ist, dass du sofort eine Belohnung hast, nämlich indem du das Band abnehmen darfst. Dass darauf springen Hirne wie diese an. Und so teilst du dir die Aufgaben ein. Und ich schwöre dir, du wirst nicht aufhören, bevor das Ärmchen leer ist. Und das ist ein ganz, ganz simpler Trick, um sich selber zu überlisten, weil das Problem bei so dopaming eschwächten Hirn wie unserem ist ja, dass sie sagen, langweilig, nee, das ist jetzt dann so groß und was dann noch dranhängt. Ich glaube, tatsächlich, das Problem ist nicht die Erwartungshaltung, die an die Aufgabe liegt, sondern die Erwartungshaltung , die du übernimmst aus dem Nichts, die sagt, ich schaffe es wahrscheinlich eh nicht. Und damit kannst du das wirklich, es geht ja nur darum, das eigene Hirn ein bisschen zu überteupeln. Und indem du dir das In-house-Belohnungssystem ja ans Handgelenk klemmst, kannst du dein Hirn auf Fruchttouren bringen. Und es gibt da noch andere Tricks, wie zum Beispiel so gefälschte Notfälle herzustellen im Haushalt, zum Beispiel, ich muss die Wäscheaufgeg habenangen, bevor die Spülmaschine zu Ende ist. Oder ich muss genau sowas dann funktioniert. Oder ich muss den Kühlschrank aufgeräumt haben, bevor die Uhr der Uhrzeiger da und da steht. Also so, es geht wirklich nur darum, sich selber in die Richtung zu trizen Damit das Hirn sagt, machen wir, wie spannend, ju, eine Jagd. Aber auf der Arbeit, und ich habe genau dasselbe Problem, für mich ist das eine absolute Katastrophe, wenn jemand sagt, Schreiben Sie dieses Buch. Ich meine, seit zwei Jahren steht auf Amazon das ist inzwischen ein ganz völlig anderes Briefprojekt, nö, von Paula Lambert über das Nein sagen. Es wird immer ein Jahr nach hinten geschoben. Aber ich, das ist zu groß. So, jetzt habe ich heimlich ein anderes Buch geschrieben. Es muss ich nur noch einmal drüber putzen. Und dann über ADHS und mich . Und das wird werde ich dann, das wird der große Triumph. Ich werde den eine E-Mail schreiben und sagen: Leute, haltet euch fest, ich habe hier ein fertiges Manuskript. Ja, und das habe ich geschafft mit diesen Bänd chen. Ja, weil sonst wäre es nicht drin gewesen . Ich stelle mir aber gleichzeitig vor , dass das wie sieht es bei dir in der Haushaltsführung aus? Ist das okay? Weil Wäsche waschen wäre zum Beispiel, ich wasche nie Wäsche, außer ich wasche alle Wäsche.. Ja Also genau diese Routinen, die andere haben, die funktionieren bei mir überhaupt nicht, sondern es ist immer andersbezogen. Also zum Beispiel, ich fahre in den Urlaub, ich weiß, ah, okay, ich brauche das und das, und ich muss sagen, mein Kind bringt Struktur rein. Durch feste Kita-Zeiten, feste Nachmittagszeiten. Das hilft mir, aber gleichzeitig ist natürlich die Belastung doppelt und dreifach so groß. Es geht also gemerkt, dass ich unheimlich viel suche, dass ich auch Sachen, die ich zusammengepackt habe, auf ein Haufen für ein bestimmtes Projekt ist, die dann irgendwie wieder woanders hinfliegen und so. Was ich schaffe, wirklich einmal die Woche irgendwie durchzusaugen, Sachen zu wischen, aber chaotisch ist es ja. Und das ist natürlich auch anders meiner Mutter, irgendwie in meine Wohnung zu kommen und mir vorzuführen, dass ich mein Leben nicht im Griff habe. Also, wie gesagt, wir haben jetzt keine offizielle Diagnose, ich schwöre Stein und Weinen, aber und ich verstehe total, dass du das als übergriffig empfindest und vor allen Dingen natürlich auch wie so eine Art Schamgefühl, dass du es selber nicht hinkriegst. Aber du hättest gleichzeitig eine Situation und vielleicht kann man das so einrichten, dass sie das macht, wenn du nicht da bist, keine Ahnung. Du hättest gleichzeitig eine Situation, wo dir jemand das Leben wirklich erleichtern könnte. Und manchmal, ich habe da ewig für gebraucht, muss man einfach Hilfe annehmen. Das ist jetzt natürlich so extra Dilemma, dass ja, Abgrenzung, Eltern, Kind und so weiter, das ist alles nochmal doppelt schwierig ist. Aber gerade in der Haushaltsführung fühl mal in dich rein, ob das nicht vielleicht was sein könnte, was du annehmen kannst, weil es dieses sowieso schon komplizierte Leben ein bisschen einfacher macht . Ja, auf jeden Fall. Also ich bin auch ohne meine Eltern manchmal verloren, wenn der Alltag wieder, keine Ahnung, Sachen anders plant oder ich Sachen nicht richtig geplant habe. Das Problem sind dann immer die Kommentare hinterher, die irgendwie mich sehr verletzen, teilweise. Also meine Eltern, besonders meine Mutter, sind auch sehr distanzlos zu meiner Lebensführung, zu meinem Gewicht, zu allem Möglichen. Und wenn meine Mutter die Wäsche wäscht, dann hält, dann macht sie das auch, also natürlich, um mir zu helfen, aber sie führt mir danach vor, wie unfähig ich bin, mein Leben auf die Reihe zu bekommen. Und das verletzt mich so sehr , dass ich dann lieber gerne das beweisen möchte, dass ich es alleine schaffe. Weißt du, was ich meine? Total nachvollziehbar. Insofern würde vielleicht eine offizielle Diagnose tatsächlich helfen, weil du dann immer sagen kannst, hier , ja, für mich ist das Schwierige einfach . Und du, ich versuche gerade mein Arbeitszimmer zu renovieren. Was ich für Kram angehäuft habe in den letzten Jahren. Es ist peinlich. Wenn ich das Geld alles hätte gespart, gespart hätte. Ja, aber leider funktioniert mein Hirn halt auch mit dem Lustprinzip. So ist es halt. So, und wenn Eltern etwas kritisieren, dann ja meistens nicht um, meinen sie nicht dich, sondern vielleicht auch sich selbst, dass sie es scheinbar nicht besser hingekriegt haben, aus den strukturierten Menschen zu machen. Vielleicht hilft es denen auch, wenn du sagst, hier, ich habe eine offizielle Diagnose, darum ist das so schwierig für mich. Ich kann euch auch kurz erklären, warum das so ist. In meinem Hirn funktioniert dies, das und jenes nicht so wie bei euch. Vielleicht sagen sie auch so alles Hokuspokus, vielleicht sagen sie aber auch, ach so, okay, na, das verstehen wir. Oder irgendwas dazwischen, ja. Aber ich denke jetzt aus einer stark romantisierten, aus dem romantisierenden Blickwinkel, weil ich würde mir so sehr Hilfe wünschen, wenn meine Stiefmutter oder meinen Vater mal reinlatschen würden und sagen würden, wie sieht es denn hier aus? Wir räumen das jetzt auf. Okay, cool, ich bin da mal weg. Tschüss. Ja, also sollte es so sein . Und es ist so, aber egal. Musst du sowieso damit leben, dass viele Leute dich beurteilen werden dafür, wie es ist. Aber du, ich habe wirklich alles versucht. Dieser Teil, ich kann die Aufgaben erledigen, wenn ich so physische Hilfe habe. Diese Bänder sind sensationell . Oder aber wenn ich so in den Flow komme, das ist dann meistens leider Nachts, kennst du ja vielleicht auch. Dann geht es plötzlich, ich macht es so einen und dann hängst du da bis zwei am Schreibtisch und denkst, nein, ich werde tut müde sein, aber naja, so ist es halt Aber es gibt nichts dazwischen. Oder was auch funktioniert, ist Bodydoubling. Das heißt, du sagst jemandem, setz dich bitte hin, ich muss heute aufräumen. Und wenn jemand, sobald jemand mit mir im Raum ist, geht es wie von selber. Genau. Das ist ganz wichtig . Und Frauen werden ja leider so selten diagnostiziert, weil bei uns ADHS sich nicht so zeigt wie bei Jungs. Wir sind nicht total, drehen nicht total am Rad dann , sondern manchmal sind wir auch ganz still, so in der Schule und so, aber sehr leistungsfähig, super kreativ und so weiter, aber halt auch ultra chaotisch. Dinge werden vergessen, Sachen passieren im Bus auf dem Weg in die Schule, weil um Gottes Willen und so weiter. Und das ist aber okay. Bloß es ist wirklich , ja, es haben ja viele diese Besonderheit im Hirn. Man muss bloß einfach lernen, damit umzugehen. Interessant wird es natürlich, wenn es Richtung Beziehung geht, weil das ist für ADH Esler oder ADHS-Frauen nochmal eine besondere Herausforderung , weil wir so ein bisschen anders die Dinge wahrnehmen, einfach. Hattest du schon mal eine längere Beziehung? Ja, also ich hatte zwei Beziehungen, die sehr lange waren. Also drei Jahre plus. Genau. Und jetzt ist es aber so, kann ich mich gleich outen, also genau, seit ich ein Kind habe, habe ich nie wieder eine Partnerschaft gehabt, auch keine Affäre oder so, sondern und das hängt natürlich auch mit meiner Wohnsituation zusammen und auch wie ich geprägt wurde, aufgewachsen bin. Also ich habe da auch so ein Charmefühl, irgendwie mit meinen Eltern über sowas überhaupt zu reden und dann in einem Haus mit ihnen zu wohnen, wo theoretisch jemand reinkommen könnte von meinen Eltern. Also und dann wohne ich natürlich auf dem Land, wo auch die Auswahl sehr gering ist. Wie weit bist du weg von der nächsten Stadt? Naja, die nächste Stadt hat 50.000 Einwohner, da ist jetzt auch. Also, ich habe das Gefühl, ich muss umziehen. Aber genau, gleichzeitig ist dieser Spagat halt da mit Kind, genau diese reizarme Umgehung, was du sagst. Und ich habe auch das Gefühl, es erdet mich so ein bisschen. So Rout inen zu haben, abends mit dem Hund rauszugehen. Es ist auch günstiger, irgendwie auf dem Land zu wohnen . Und ich glaube halt, wenn das Kind größer wird und dann spezielle Hobbys hat und so, dann wird sich das nochmal anders hin und her drehen . Deshalb bin ich sehr unentschieden da. Meine Freunde sagen die ganze Zeit: geh da raus, zieh um und so weiter. Und gleichzeitig habe ich aber auch diese Erfahrung in Berlin gemacht, dass ich allein in einer Wohnung sitze. Es ist Corona, und ich bin mit einem schreienden Kind völlig auf mich allein gestellt. Und das war auch prägend irgendwie ein Stück weit. Wie lange wäre es zur nächsten Großstadt? Ja, eine Stunde . Okay, das ist aber auch machbar. Also, du musst einfach vielleicht den Radius vergrößern, wenn du Lust auf Connection hast. Ich habe mal eine Frage: Wie kam es zu dieser Affäre ? Über T inder und dann haben wir aber auch gemerkt, dass wir in einem gleichen Kreis in Berlin irgendwie sind. Also wir haben uns vorher nie gesehen, aber haben dann auch gemerkt, wir haben irgendwie 36 g emeinsame Freunde auf Facebook und haben dann irgendwie gecheckt, ah, okay, du kennst den und die und genau. Und dadurch war die Connection auch ganz gut, aber es war immer unverbindlich, genau die ganzen Jahre. Aber er war in einer anderen Partnerschaft oder? Nö, ich konnte sich nicht auf Beziehungen einlassen. Und ich wollte auch nicht hundertprozentig, also mit ihm eine Beziehung zu führen, wäre auch anstrengend gewesen. Muss dazu sagen, dass er eine super krasse Kindheit hatte. Also und ich glaube einfach, deshalb vielleicht sich auch gar nicht irgendwie weiß, wie Beziehungen oder vielleicht bin ich auch nicht die richtige gewesen, das kann ich nicht so richtig sagen. Aber also ich, für mich stand es auch nicht so richtig zur Debatte, eine feste Partnerschaft einzugehen. Wie lange ging das? Drei Jahre. Ich frage nur deshalb, weil ich dachte, vielleicht ist das jemand, der in einer anderen Beziehung ist und du bist so das Side-Piece, das wäre schade. So hundertprozentig kann ich nicht sagen, aber ich glaube zumindest wäre es nicht der Grund gewesen. Fühlst du dich denn einsam? Ja, schon. Also. Ich habe auch manchmal niemanden, der mich spiegelt. Also ich habe auch das Gefühl, je länger man alleine ist. Also ich habe zum Glück ein Arbeitsumfeld, was sehr dynamisch und irgendwie mit vielen Veranstaltungen und viel kollegialem Austausch ist, aber privat ist es halt total schwierig, weil es irgendwie gefühlt erstmal, wenn man das Kind hat und alles zusammenpackt und dann in die nächste Stadt fährt und das ist so viel Aufwand, dass ich das manchmal gar nicht schaffe. Richtig. Und also ich wünsche mir manchmal so , genau, jemanden, der mich spiegelt irgendwie. Oder mir zumindest so sagen kann, das war jetzt irgendwie komisch, oder das steht dir oder das steht dir nicht. Also das fehlt mir total. Sozialkontrolle im Grunde. Hast du einen Freundeskre is dort? Ja, ein bisschen. Aber genau, aber halt, also ich habe drei, vier richtig gute Freunde, aber ich, genau, also die sind jetzt nicht sauer auf mich oder so, aber ist nicht so ganz einfach, weil ich halt nicht so oft da bin und weil ich auch manchmal so planen will, was für den Sommer gemeinsam und dann sage ich, nee, schaffe ich nicht, tut mir leid. Und also ich bin da ein bisschen schwierig auch. Ja, warte mal, kurze Frage. Also nehmen wir an, die sagen, weißt du was? Wir fahren Zelten nach Südfrankreich. Nee, zu warm. Zelten nach Dänemark. Besser. So, weil morgens im Zelt aufwachen, wenn die Sonne schon drauf geschienen hat. Jedenfalls was passiert dann bei dir? Also, was für Gedanken, Kaskaden? Du hättest Zeit, du hättest auch das Geld. Was würde im Weg stehen? Also so ein halbes Jahr vorher oder so würde ich sagen: ja, toll, lass uns unbedingt machen, dann würde ich auch ganz viel Aufgaben übernehmen, Zeltplätze raussuchen, Fahrten raussuchen, mein Auto anbieten. Also ich bin dann immer sehr, sehr schnell . Aber je konkreter das dann wird, und dann türmen sich verschiedene andere Aufgaben . Ja, sowohl Arbeit als auch privatbürokratische Sachen. Okay, also weil du die Arbeit nicht rechtzeitig wegorganisiert kriegst, zum Beispiel. Ja. Ja . Und dann , also ich habe auch eine sehr sch lechte Terminplanung. Also ich habe zwar einen analogen Kalender, aber ich schaffe es manchmal gar nicht so richtig, Termine aus verschiedenen Kalendern in einen zu übertragen und manchmal gibt es dann Terminkollisionen, die ich erst ganz spät sehe, und dann fällt natürlich das Private hinten runter. Du, ich hab Freitag wollte ich unbedingt zu IKEA fahren, wegen dieser IKEA PS-Kollektion. Da gibt es eine Stehlampe. Die muss ich haben. So, ist natürlich ausverkauft. Ich bin mit meinem Sohn und seiner Freundin im Supermarkt, wir kaufen ein großes Einflusswochenende und kriege eine WhatsApp von meinem Co-Autor für die Live-Show, für die Tour. Ich habe zum ersten Mal Co-Autoren, ja. Und es ist so viel einfacher, weil ich es nicht alleine machen muss. Du, wir sind zehn Minuten zu spät. Oh. Ja. Oh, naja, eine halbe Stunde. Also, wir waren noch nicht mal an der Kasse. Ja, also das passiert mir auch. Darum , ich hatte nämlich auch, ich war immer Analogtyp, weil ich das viel schöner finde. Lass es, schreib alles sofort in dein Handy. Wenn ich das nicht sofort eintrage, ist es weg. Also trage es sofort ein und guck jeden Morgen, das musst du dir wirklich zur eisernen Regel machen, in deinem Kalender . Ähm Das mit dem Urlaub kenne ich. Bei mir ist es so, ich habe immer Arbeit mitnehmen müssen, weil ich es natürlich auch nicht geschafft habe, aber ich bin jetzt nicht fest angestellt, sondern selbstständig. Aber mach dir die Freude, dir die Zeit zu nehmen. Indem du , also ich glaube wirklich, es muss eine Diagnose her, trag dich ein, egal wie lange das dauert. In Berlin oder so geht es vielleicht ein bisschen schneller. Und dann sagst du deinen Kolleginnen und Kollegen, pass auf, Leute, folgende Problemstellung . Lasst uns mal gemeinsam dafür sorgen, dass die liebe Elisabeth in Urlaub fahren kann. Wäre super, wenn ihr jeden Morgen sagt: Elisabeth, hast du das schon gemacht? Oh nein, stimmt, habe ich vergessen. Ja, okay, mache ich jetzt. Ja, dazu die Armbändchen . Und stell dir das vor, wie so ein Rhythmus, in dem du dich bewegst. Weißt du, du gehst mit den Wellen mit und nicht dagegen. Wenn du nämlich sagst: Oh Gott, ich muss noch, dann gehst du gegen die Welle, sondern ich mach das jetzt, ich mach das jetzt, ich mach das jetzt, dann groove das besser. Und dann geht es ja auch sehr, sehr schnell. Du weißt selber, dass du, wenn du einmal arbeitest, bist du ultraschnell. So, das ist ja der Segen des ADAS. Dann kann man nicht mehr aufhören. Und wenn du einmal im Flow bist, dann Dang, Dang, Dang. Ja, und du musst in diesen Flow kommen. Und das geht am besten, indem du sagst, ich mache jetzt das . Und es gibt dich nichts, was dich ablenkt. Was du nicht machen darfst, ist Urlaubsplanung übernehmen in irgendeiner Form. Such nicht die Location aus, gibst nichts Auto und kümmerst dich um gar nichts, sondern du musst wirklich deine erste Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass du den Schreibtisch frei hast, dafür. Und packen ist natürlich auch nochmal so ein Thema, zwei Minuten vor Abfahrt. Ja, meistens schlafe ich in der Nacht vor irgendwelchen Reisen , Seminaren, Camps, schlafe ich immer die Nacht davor nicht? Natürlich nicht. Ja, damit du noch alles machen kannst, was noch nicht gemacht wurde. Genau. Ja. Also ich weiß bloß, dass man, ich habe auch unheimlich viele soziale Aktivitäten verpasst, weil ich so verpeilt bin. Aber es ist schade drum. Darum, A, man braucht eigentlich nicht viel Packen . Ich packe auch nie aus, außer die Schmutzwäsche . Darum kann man einfach einen Sommer- und Winterkopfer bereitstellen und gut ist. Außer die Kinderklamotten, die ändern sich natürlich rapide . Und den Rest muss wegarbeiten und keine Zusatzaufgaben, das ist einfach zu viel. Und das anzuerkennen, dass man so ist, das ist ein wichtiger Schritt Du kannst es nicht, aber es ist nicht deine Schuld. Es ist auch kein Versagen. Sondern es ist einfach eine Besonderheit, auf die alle inklusive dir selbst Rücksicht nehmen müssen. Ja. Und gleichzeitig bin ich die Erste, die hier schreit, wenn irgendwelche neuen Aufgaben . Weil es aufregend ist. Was Neues. Und weil ich halt, also ich gehe so voll ab, wenn Leute mir so positives Feedback geben, also dann rede ich viel schneller als, ich das irgendwie für mich erstmal durch denken kann. Und da habe ich dann schon fünf Aufgaben übernommen. zur Abrede betroffen. Genau. Das Problem ist ja, dass du so im negativen Self-Talk die ganze Zeit bist. Schaffe ich nicht, kann ich nicht, zu viel, ach man schon wieder, ich wollte doch, ab morgen wird alles anders. Dass dein Hirn sich natürlich freut, wenn jemand sagt: Hey, gut gemacht, ja, super, auf dich ist immer Verlass, du bist immer so, hast du tolle Ideen und so weiter. Trotzdem musst du lernen, Nein zu sagen. Weil der Aufgabenstapel, weil dir einfach ein bisschen sensibler ist. Der wackelt schneller. Darum, weniger Aufgaben dafür eine solide Grundlage. Das ist ein schönes Bild mit dem Stapel und dann kommt immer nochmal so ein Papier dazwischen. Ja, aber das ist wie ein Yenga-Stapel, bloß du tust noch runde Kiesel dazwischen. Das ist halt scheiße. Die Kiesel musst du weglassen. Und soziales Umfeld - großes Thema. Weil diese Erleichterung, wenn Verabredungen kurz vorher abgesagt werden, die kennt, glaube ich, jeder, weil wir alle völlig überfordert sind, weil die Welt einfach viel zu viel ist. Aber gleichzeitig muss man sich so fix Häfen schaffen. Darauf musst du achten, dass du wirklich zu deinem Recht als erwachsene Frau kommst. Dass du auch jemanden hast, dem du dich anvertrauen kannst, der sich dir anvertrauen kann. Und mach, ich weiß nicht, wie sehr du deine Freundin da in dein Chaos mit e ingeladen hast, aber erklär denen das, ja, dass es für dich wahnsinnig schwierig ist und dass nichts davon irgendwie daran gemeint ist, dass dir nicht wichtig sind, sondern dass du es einfach absolut verpeißt, weil du non-stop im Ausnahmezustand bist. Das ist ja auch wahnsinnig anstrengend. So sag das den Leuten. Ja, also ein Stück weit genau. Ohne jetzt, dass ich irgendwie in Richtung ADHS gedacht habe, aber also ich lasse sie schon teilhaben an meinem Alltag und sie sehen das auch. Und genau, also auch ohne Diagnose alleinerziehend zu sein, um vorzeit zu arbeiten, ist ja so genau, also auch für. Das geht eigentlich nicht, ja. Genau, und also das geht nur mit meinen Eltern. Also, meine Freunde sind sehr, also nehmen sehr viel Anteil dran und würden, glaube ich, auch ein Stück weit unterstützen, wenn wir nicht so geografisch so weit auseinander wären . Und gleichzeitig kommen sie manchmal mit so Kommentaren, ja, wieder was vergessen. Also sie meinen das liebevoll, aber genau, in der Summe ist es dann doch schon ein bisschen verletzend irgendwie. Aber akzeptiere das als Teil von dir, ja. Dann können sie dich damit auch nicht verletzen, sondern es ist einfach wie ein Stat über dein Zustand. Natürlich vergisst du Dinge. Also, ja, das ist nicht, weil du verpeilt bist oder weniger wert, weniger struktur, also weniger strukturiert, ja, aber halt nicht. Von Natur aus. Dafür hast du ja zehntausend andere Vorteile. Also in dir . Ähm. Distanzier dich von diesem Gefühl der Verletztheit, in dem du akzeptierst, wer du bist. Mm. Weil eins kann ich dir sagen, bin ja zehn Jahre älter als du, das wird sich nicht ändern. Das wird eher, wenn du Richtung Minopause kommst, kriegt das nochmal einen ganz anderen Twist, die ganze Scheiße. Also dann fängst du richtig an zu vergessen. Das ist krass. Manchmal denke ich ja, ich bin wahnsinnig geworden. Aber ist okay, mein Gott, so ist es halt. Ja, ich habe dafür einen ultrastrukturierten Partner an der Seite, der jeden Tag 20.000 Wecker hat, die ständig klingeln wegen irgendwas. Ach, weil er sich so Timer stellt. Ja, ja, der stellt sich mal Timer. Ähm. Und der hat sich jetzt auch unter Zähneknirschen daran gewöhnt. Ich bin auch immer zehn Minuten zu spät. Ich kann, also mindestens, ja. Ich kann das gar nicht verhindern. Ich fange pünktlich an und dann ruts cht mir die Zeit weg, das wünsche ich mir so ein bisschen, dass ich mich jemand hält, also nicht im romantischen Sinne irgendwie, dass ich gar nicht mehr machen muss oder so, aber jemand, der genau, der mich sieht , wie ich bin, das irgendwie auch so akzeptiert oder wertschätzt oder irgendwie einen Umgang, einen ehrlichen Umgang damit findet, und dann, also dann würde es mir, glaube ich, sehr, sehr viel besser gehen, ja. Dafür musst du dich aber teilen mit den Le Ja, ja. Weil du kannst ja nicht erwarten, dass sie es machen, wenn die gar nicht wissen, was los ist. Ja . Ja, aber ich habe das irgendwie so aus frühster Kindheit so mitgenommen, dass ich nicht so in Ordnung bin, wie ich bin. Ich war ja schon immer, also ich kann mich noch an die Grundschule erinnern. Oder also die ganzen zwölf Jahre in der Schule, ich habe nicht einen Hefter für irgendein Schulfach gehabt, der ordentlich geführt war. Natürlich. Und auch schon in der Grundschule habe ich Sachen vergessen. Also, ich genau, ich war sehr gut und habe dann in der letzten im letzten Moment dann irgendwie noch Sachen hingeschrieben. Deshalb ist es nicht aufgefallen. Es ist dann erst im Gymnasium aufgefallen, als der Stoff dann schwerer wurde . Genau, also mich begleitet das schon irgendwie so mein ganzes Leben und ich habe immer das Gefühl, dass ich nur so ja, also so diese negativen Kommentare, die haben mir irgendwie ganz schön zugesetzt. Da gab es ja dann noch irgendwie in der Grundschule damals irgendwie wurde immer so hingeschrieben zum Verhalten und da stand dann schon Elisabeth, wo es Lehrenden ihre Sachen immer beisammen zu haben. Also das stand schon in meinem Grundschulzeugnis . Ja, okay. Und ich habe auch das Gefühl, dass meine Eltern irgendwie immer versuchen, mich da zu korrigieren und das machen sie bis heute und das fühlt sich halt einfach total schwierig an. Aber die , das ist wirklich das Dilemma von uns Frauen, dass wir immer nicht diagnostiziert werden. Und nicht, dass es was ändern würde, aber es ändert insofern eben doch was, weil die Leute es leichter finden, wenn man in irgendeiner Schublade drin ist. Kann man sagen, ah, natürlich ist sie chaotisch, die hat ja auch ADHS. Das ist das, was es leichter macht. Und dann kannst du viel besser auch nach Hilfestellungen fragen. Pass auf, ich muss heute aufräumen. Es haben sich wieder massenweise Handtücher sind mein Endgegner, ich weiß nicht genau warum. Muss Handtücher falten. Kannst du bitte einfach da sitzen? Ja, okay, mache ich. Falt, falt, falt, fertig. Es dauert ja fünf Minuten, dann ist meistens fertig, ne? Alles, was man so machen muss. Oder eine halbe Stunde. Jetzt, wenn du das mit der Grundschule erzählst, bin ich noch mal sicherer. Aber ja, wie gesagt, also diesen Teil muss man einfach irgendwann akzeptieren. So ist es . Und wir haben alle mal sehr ähnliche Züge, also diese Zeitblindheit, Strukturlosigkeit und so weiter, damit kann man aber umgehen lernen. Dafür sind wir super kreativ. Ja . Aber dieser Umzug zurück in die Großstadt, das ist natürlich insofern wirklich ein Dilemma, weil du . Auch ein Teil verlierst, der wichtig ist, ne? Ich verstehe deinen inneren Kampf . Genau, und dann habe ich natürlich irgendwie auch Angst, einen äquivalenten Job zu finden und so. Also weil meine kleine Familie ja irgendwie von meinem Einkommen abhängig ist und ich habe mir da jetzt irgendwie ganz gut was angespart und so. Also es ist jetzt nicht so, dass ich nicht ein paar Monate ohne Job klarkommen würde, aber natürlich habe ich dann Angst, irgendwie in einer neuen Stadt dann irgendwie genau einen Job zu finden, der gleichzeitig kompatibel ist, der sich an Kita-Zeiten orientiert und so. Oder man nimmt es sich halt vor die Pubertät oder so, wenn das Land dann auch langweilig wird, weißt du. So und sagt, die harten Jahre, die machen wir noch mit auf dem Land, kümmerst dich aber trotzdem um dein Sozialleben. Sind deine Eltern noch so weit fit, dass sie mal ein Wochenende aufs Kind aufpassen können? Ja, also genau. Das ist ja auch wieder so ein Ding, also wenn ich jetzt von der Arbeit aus ins Ausland muss oder genau irgendwo hin muss, dann übernehmen sie das Kind gerne. Aber wenn es so um Freizeit und so geht, dann ist immer so ein bisschen, also ich glaube, Sie würden es auch machen, aber dann kommt immer so ein komischer Spruch dann. Ich wäre knallhart und würde irgendwelche Arbeitstermine erfinden. Ja, ja, das habe ich jetzt, wenn wir auch gemacht. Also, wenn das für die psychologisch so einen Unterschied macht, mein Gott, sorry, ich muss leider übers Wochenende super wichtig. Ganz große Konferenz . Und ich muss an vorderster Front stehen. Also das, ja, man muss sich manchmal die Sachen so ein bisschen passend machen. Und gleichzeitig kommt dann so eine Scham so in mir hoch. Also, meine Eltern machen so manchmal so Sprüche und so, und deshalb denke ich mir, egal wen ich kennenlernen würde, wenn ich mal irgendjemanden kennenlernen würde, ich könnte die nie in dieses Haus mitbringen, wo meine Eltern wohnen. Was für Sprüche ? Na, so was wie lernst du jemanden kennen? Und also ich kann mit meinen Eltern auch überhaupt nicht über Beziehungen oder Sex, also könnte ich gar nicht mit denen drüber reden. Und ich könnte mir das auch wahrscheinlich, wenn es dann anders wäre, würde sich das normalisieren, aber ich könnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass jemand in diesem piefigen Ort mit mir wohnen wollen würde. Also, ich habe das in meinem Kopf so aneinander geknüpft, diesen aktuellen Wohnort. Und ich kann mir das selber überhaupt nicht vorstellen, da eine Beziehung zu führen. Ich weiß auch gar nicht, warum, so richtig. Und deshalb ist das so, also genau, hat sich in meinem Kopf irgendwas automatisiert, so nach dem Motto, solange ich da wohne, werde ich allein bleiben. Und was mich im Alltag jetzt nicht groß stört, aber natürlich, wenn ich jetzt in die nächsten fünf oder fünf Jahre schaue, natürlich wünsche ich mir eine Beziehung. Also, du weißt ja, dass das Hirn eine Willfährige Masse aus Fett und Strom ist im Wesentlichen. Und was man ihm sagt, das glaubt es auch. Darum ist es nicht gut zu sagen, ich werde, solange ich hier lebe, keine Beziehung haben . Sondern ich werde eine Beziehung haben, die mich erfüllt und glücklich macht, obwohl meine Eltern mit Salami-Broten im Zimmer stehen und fragen, ob wir Hunger haben. Ich könnte mir vorstellen, dass wenn du einen richtig ausgewachsenen erwachsenen Mann mitbringst, dass die dann schon sich parat machen werden. Wahrscheinlich. Also wenn der ein gesundes Gefühl für Grenzen mitbringt, werden die das schon spüren . Das Problem ist, dass es bei dir halt so ein bisschen schwammig ist und du das verdenkst , was du sagen willst, aber wahrscheinlich super weich so rüberbringst, sodass die gar nicht das Gefühl haben, es gibt hier irgendein Thema. Und wenn dann aber jemand ist, der sagt: pass auf, es wird hier Sex gehabt, hier wird kommt keiner rein, das werden die schon mitkriegen, energetisch. Wahrscheinlich, ja. Und darum probier's doch mal. Lustig ist es auf alle Fälle. Also, das ist was, was man später in die Memoiren schreiben kann. Damals, als ich mit 42 da niederlag und meine Mutter mit Käsestuhlen reinkam, weil sie dachte, vielleicht brauchen wir einen Snack. Keine Ahnung. Also , ich finde, das sollte man eh viel öfter machen, überlegen, gibt das eine gute Geschichte für die eigenen Memoiren oder nicht. Und das hat gutes Geschichtenpotenzial. Definitiv . Und für dein Kind wäre es ja auch mal interessant, ne? So Mutter in Interaktion zu erleben. Nicht nackt, sondern in Gespräch mit anderen, halt so, der irgendwie mal auf einer anderen Ebene noch für dich interessant ist. Ja. Ja. Okay, ja. Also, es hilft mir auf jeden Fall, dass ich diese Automatismen im Gehirn irgendwie so ein bisschen versuche wieder zu lösen. Ja, mach mal. Und vor allen Dingen, ich glaube, also ich bin wirklich inzwischen felsenfest davon überzeugt, dass du da eine Schwester im verwirrten Geiste bist von mir . Weil das ist, ich habe all das . Ja, und finde ich total plausibel mit dem, was du beschreibst. Und es hilft dir vielleicht, dich selbst so ein bisschen wahrzunehmen, wenn du also A, eine Diagnose hast und B, dass du auch akzeptierst, dass es einfach so ist. Ich kann nicht in einem Merekondo-Haushalt leben. Es wird wahrscheinlich niemals so sein. Auch wenn es mein größter Wunsch ist. So super clean, alles, nichts liegt rum. Geil. Fühle ich mich wohl . Aber ist es realistisch? Nein. Es werden Häufchen da sein. Da ein Häufchen, da ein Häufchen, da ein großes Häufchen. Das ist so. Ich bemühe mich, aber pff, ja . Ja, das stimmt. Das zu akzeptieren wäre ein erster Schritt. Ja. Ja, mir wurde dann als Jugendliche so Feng Shui geschenkt und es ist das halt toll und so, aber das passt halt nicht zu meinem Gehirn. Nee, schenk dir einen Feng Shui Meister, der es für dich macht, dann ist okay. Aber dann würde ich wahrscheinlich sagen: Nein, das nicht wegschmeißen, das Projekt A und das andere ist Projekt Y . Oh Gott, ja. Also ich habe immer so Papierstapel, wo ich mal ran möchte. Was ich für Projekte habe, du könntest 20 Leute beschäftigen damit. Wir sind trotzdem cool. Ja. Und interessant, weißt du? Auch interessant für andere Menschen. Aber das wurde für mich auch erst leichter, als ich das akzeptiert habe, dass es so ist, dass ich nicht mehr so tun muss, als wäre ich jemand anderes. Weil ich lieber jemand anderes wäre im Sinne von Struktur und Ordnung, sondern ich bin so .. Ja Es ist nicht so, dass ich nicht immer noch sage, sorry, das hier so aussieht. Was mir auch wirklich leid tut, vor allem für mich. Aber es ist so . Es ist so. Mein Gott. Aber jetzt, wo ich drüber nachdenke, also die Freunde, die ich habe, die wären cool damit oder die sind cool damit. Also, ich glaube, sie checken das auch schon. Also sind ja nicht doof, aber ich glaube, Transparenz zu schaffen würde helfen. Ja, und ich glaube, man checkt schon, dass jemand vielleicht da Themen hat, aber es ist einfach er, wenn jemand Wenn man das so klar diagnostiziert hat, weißt du, dass man sagt, pass auf, ist wirklich so. Und das erklärt natürlich auch einiges in der Rückschau. Und dann sagen die auch: Ah, ach ja, das macht Sinn , ja. Also der Umgang mit dir selber würde sich verändern, vielleicht so zum Positiven nennen. Immer wissen, dass du genau goldrichtig bist, so wie du bist. Aber dass du bei manchen Dingen Hilfestellung brauchst. Und auch das ist okay. Und diese ganzen Kommentare, ja, die sind von Leuten , die es halt nicht besser wissen . Noch nicht . Was übrigens eine Lösung sein könnte, wäre, so eine Erwachsenen-WG zu machen . Also wenn du Lust auf sowas hättest, wo man sich die Aufgaben teilt. So alleinerziehenden WGs gibt es ja. Es ist vielleicht ein bisschen ätzend, aber anders ist in Berlin ja auch nichts mehr zu finanzieren, einfach das ist das Problem. Mietemäßig. Genau, also das ist so ein bisschen auch ein Wunsch von mir, ja, dass es ein Haus gibt, wo verschiedene Leute, also wo man seine eigene Wohnung oder einen Teil Privatsphäre hat, aber irgendwie auch Kinder sich begegnen können, Erwachsene sich gegenseitig unterstützen können mit bestimmten Sachen. Sein eigenes kleines Dörfchen. Das wäre super, ja. Das Kiewzen der Stadt. Ja. Na gut, vielen, vielen Dank, dass du da warst. Vielen Dank, Paula. Ich hoffe, dass diese Folge auch sehr vielen Leuten hilft, die sagen: Ah, so, ist ja wie bei mir. Das ist speziell Frauen. Weil ich glaube, es gibt viele von uns. Und viele führen ein Leben in Verzweiflung und Schatten. Kommt heraus, kleine verwirrte Schwestern. Wir machen zusammen Chaos. Danke dir. Danke. Das war Paula Liebenlern. Und wenn ihr auch mal dabei sein wollt, dann schreibt mir am besten auf Instagram, the realpaulalambert oder auf meiner Homepage www.paulalambert.de. Dort findet ihr einen kleinen Button, da steht Podcast, da könnt ihr euch eintragen. Danke .
This excerpt was generated by Smart Features
Listen to Paula Lieben Lernen in Podtastic
For listeners, not advertisers
All podcast names and trademarks are the property of their respective owners. Podcasts listed on Podtastic are publicly available shows distributed via RSS. Podtastic does not endorse nor is endorsed by any podcast or podcast creator listed in this directory.